Weltklasse im Club

Zweitliga-Meister TuS Sennelager Paderborn steigt in die 1. Liga auf

Autor: Frank Hofen

Das >Team Hämmerling Group TuS Sennelager< ist nach sieben Aufstiegen in Folge nun als Meister der 2. Tennis-Bundesliga Nord in die Beletage des deutschen Tennis-Mannschaftssport aufgestiegen. Sie erspielten sich als Zweitliga-Neuling in der Nord-Staffel mit sieben Siegen aus acht Partien mit 14:2 Punkten den ersten Tabellenplatz vor dem eigentlichen Ligafavoriten Blau-Weiß Aachen.

Auf welcher Platzanlage gespielt ist offen • Ralf Hämmerling: „Nehmen Herausforderung an"

Sportlich hat die Bischofsstadt Paderborn, sie zählt rund 150.000 Einwohner und ist geographisch im östlichen Teil des Landes Nordrhein-Westfalen verortet, bundesweit mit Basketball, Squash, Leichtathletik und Fußball für mediale Schlagzeilen gesorgt. Die Paderborn Baskets spielen in der 2. Liga und der Squash Club PSC ist einer der erfolgreichsten Vereine in Europa mit zehn Deutsche Mannschaftsmeisterschaften und sieben Titelgewinne auf europäischer Ebene. Des Weiteren zählen die beiden Olympionikinnen und Siebenkämpferin Claudia Tonn und Lilli Schwarzkopf (Olympiazweite 2012 in London) ebenso dazu wie die Fußballer. Der SC Paderborn spielte 2014 in der 1. Bundesliga, stürzte dann wieder ab und feiert derzeit als Aufsteiger ein großartiges Comeback in der 2. Fußball-Bundesliga.

In diese bundesweite sportive Phalanx reiht sich künftig die Tennisabteilung des TuS Sennelager ein, ein kleiner im Paderborner Norden am Truppenübungsplatz gelegener Tennisverein. Was kaum einer vor Monaten von den sogenannten Fachleute für möglich gehalten hat, selbst für Teammanager Marc Renner („Für uns zählt nur der Nichtabstieg.“) nicht, ist eingetreten: Das >Team Hämmerling Group TuS Sennelager< ist nach sieben Aufstiegen in Folge nun als Meister der 2. Tennis-Bundesliga Nord in die Beletage des deutschen Tennis-Mannschaftssport aufgestiegen. Sie erspielten sich als Zweitliga-Neuling in der Nord-Staffel mit sieben Siegen aus acht Partien mit 14:2 Punkten den ersten Tabellenplatz vor dem eigentlichen Ligafavoriten Blau-Weiß Aachen. „Wir haben etwas Einmaliges geschafft. Sieben Mal nacheinander aufzusteigen ist noch keinem Club gelungen und diese sportliche Leistung ist einmalig“, ist Marc Renner (Jugend- und Sportwart) begeistert von seinem Team.

Am 12. August war der Spielbetrieb der Liga beendet und nach den Statuten des Deutschen Tennis Bundes (DTB) hatte der Club bis zum 30. September Zeit sich zu entscheiden, ob er sein Aufstiegsrecht wahrnimmt. „Wir haben es uns nicht einfach gemacht“, so Ralf Hämmerling (2. TuS-Abteilungsleiter), „aber nachdem wir uns entschieden haben aufzusteigen, freuen wir uns darauf, als kleiner Verein diese große sportliche Herausforderung anzunehmen.“ Der Tennisclub gründete sich 1978, ist von der Bezirksklasse bis in die 1. Tennis-Bundesliga ununterbrochen aufgestiegen, und nach dem sich der TC Blau-Weiss Halle aus dem Tennisoberhaus freiwillig verabschiedet hat, sind die Paderborner Vorstädter nun das sportliche Aushängeschild des Westfälischen Tennis-Verbandes (WTV). „Es ist sehr erfreulich, das Westfalen auch in der kommenden Saison weiterhin erstklassig vertreten ist“, kommentiert WTV-Verbandspräsident Robert Hampe den Aufstieg, „und dieser sportliche Aufstieg verdient mein Respekt. Sowohl gegenüber dem TuS, als auch gegenüber deren Förderer Ralf Hämmerling.“

Die Hämmerling Group mit Stammsitz in Paderborn ist ein Familienunternehmen, welches sich 1979 gegründet hat, und heute über 400 Mitarbeiter an zehn Standorten beschäftigt. Der unternehmerische Schwerpunkt liegt im Autoreifen- und Felgen-Großhandel sowie in der Logistik. Die Bezeichnung für die Tennisabteilung des TuS Sennelager - des Weiteren gehören Fuß- und Handball sowie Breitensport zum als Abteilungen noch dazu - als >kleiner Verein< ist nicht despektierlich gemeint, schuldet auch nicht der geographischen Zuordnung zu einem kleinen Ortsteil, sondern ist Realität. Die von Matthias Wittig geführte Tennisabteilung zählt gerade einmal knapp 100 Mitglieder, die Anlage besteht aus drei Tennisplätzen, und einem kleinem Clubhaus. Dies alles ist natürlich nicht Erstligatauglich und entspricht auch nicht den Vorgaben der Tennis-Bundesliga.

„Dieser Umstand ist uns natürlich bekannt. Von daher waren unsere Überlegungen auch, wenn wir aufsteigen, dass wir dann unsere Heimspiele bei einem größeren Verein in Paderborn austragen werden“, sagt Marc Renner, „und in dieser Phase befinden wir uns derzeit, denn die Gespräche laufen noch. Solange noch nichts fix ist, kann ich auch nichts verkünden. Nur die Tatsache: wir spielen 2019 in der ersten Bundesliga.“

 

Bildzeile: Das >Team Hämmerling TuS Sennelager< aus Paderborn steigt als Nordmeister der 2. Tennis-Bundesliga in die 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren auf (von links): Matthias Wittig (1. Abteilungsleiter), Dragos Madaras, Trainer Marius Kur, Vladimir Ivanov, Gabriel Donev, Julius Becker, Chris Waite, Martin Beran, Antoine Hoang, Teamchef Marc Renner (Jugend- und Sportwart) , David Pel, Ralf Hämmerling (Sponsor und 2. Abteilungsleiter) sowie Danilo Petrovic (auf dem Arm). © klick presse-Bildagentur

Dieses Quartett beim >Team Hämmerling TuS Sennelager< war maßgeblich an der Meisterschaft in der 2. Tennis-Bundeliga Gruppe Nord beteiligt (von links): Philipp Scholz, Marius Kur (Trainer), Matthias Wittig (1. Abteilungsleiter) und Marc Renner (Jugend- und Sportwart). © klick presse-Bildagentur

Sennelager Teamwork

Dieses Quartett beim >Team Hämmerling TuS Sennelager< war maßgeblich an der Meisterschaft in der 2. Tennis-Bundeliga Gruppe Nord beteiligt (von links): Philipp Scholz, Marius Kur (Trainer), Matthias Wittig (1. Abteilungsleiter) und Marc Renner (Jugend- und Sportwart). © klick presse-Bildagentur