Weltklasse im Club

Team Hämmerling weiterhin Schlusslicht

Autor: Frank Hofen

Um den drohenden Abstieg zu verhindern, hatte die sportliche Leitung vom Team Hämmerling TuS Sennelager im Hinblick auf die den letzten vier Saisonbegegnungen >Verlieren verboten< ausgegeben. Doch Vorhaben und Tat sind zweierlei, denn erneut standen die Ostwestfalen nach dem 7. Spieltag auf der Verliererseite.

Niederlage in Aachen

„Wir stehen mit leeren Händen da“, bilanziert Teamchef Marc Renner, der mit einer 2:4-Niederlage bei Kurhaus Lambertz Aachen die Heimreise antreten musste, „dabei hätte uns sicherlich schon ein Punkt geholfen.“ Ist aber nicht und so bleiben sie weiterhin Tabellenletzter. Die beiden Letzten steigen ab - und dies sind gegenwärtig neben den Ostwestfalen mit 3:11 Punkten noch der HTC Blau-Weis Krefeld mit 4:10 Punkten als Tabellenneunter. Die Distanz zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt zwei Punkte, und da verweilen gegenwärtig mit jeweils 5:9 Punkten der Rochusclub Düsseldorf und eben Kurhaus Lambertz Aachen. 

Kurzfristige Ausfälle begünstigten die Niederlage

Was wäre wenn, ist müßig, denn erneut mussten Renner und Co. auf zwei eingeplante Spieler kurzfristig verzichten: Alex Molcan (ATP 153) hatte sich ins Finale von Liberec gespielt und der in Italien weilende Zdenek Kolar sagte kurzfristig ab. Insofern nicht verwunderlich dass sich nach den vier Einzeln die Niederlage andeutete. Und die ist schnell erzählt. „Wir waren chancenlos“, so die ernüchternde Analyse von Teamchef Marc Renner, nach nicht einmal 57 Minuten. In dieser Zeit waren die ersten beiden Einzel gespielt und die Ostwestfalen lagen mit 0:2 in Rückstand. Martin Cuevas (ATP 537) hatte es mit dem Jan Zielinski zutun. Der ist bekanntlich ein sehr guter Doppelspieler (ATP 132), doch alleine auf der roten Asche scheint für ihn der Platz zu groß zu sein. Der einst beste Juniorspieler Uruguays hatte keinerlei Probleme und nach 51 Minuten war mit einem 6:2, 6:2 Erfolg der erste Punkt bei den Gastgebern. Der zweite Punkt folgte sechs Minuten später. Seine derzeit gute sportliche Verfassung haben den Franzosen Quentin Halys (ATP 185) erstmals ins Kurhaus-Aufgebot berufen und die bestätigte er. Sein Sennelager Kontrahent Jonas Forejtek (ATP 319) fand nie eine spielerische Lösung und die Folge war eine deutliche 1:6, 2:6 Niederlage.

Auch der inzwischen von den Olympischen Spielen zurückgekehrte Hugo Dellien (ATP 139) stand erstmals auf der Kurpark-Anlage an Nummer eins im Team. Der in Trinidad geborene 28-jährige Profi ist eigentlich Bolivianer, doch er besitzt einen deutschen Pass. Neun Jahre jünger ist dagegen Hämmerlings Nummer eins, der 19-jährige Juan Manuel Cerundolo (ATP 145). Der junge Argentinier hielt nach besten Kräften dagegen, doch das reichte nicht. Auf dem Spielberichtsbogen stand schlussendlich eine 4:6, 4:6-Niederlage. Die Bilanz ein wenig beschönigen konnte mal wieder Daniel Cukierman (ATP 697), der an Position drei auf den Tschechen Vit Kopriva (ATP 201) traf. Der 26-jährige Franzose, in seinen bisherigen Einsätzen ein Musterbeispiel für kämpferischen Willen, legte furios los. Sein 6:1-Satzgewinn gab Hoffnung, doch der Dämpfer folgte zugleich: Ein 2:6 brachte den Gleichstand. Doch dieses Zwischenergebnis brachte ihn nicht ins Wanken. Im Matchtiebreak demonstrierte der gebürtige Israeli noch einmal seine sportliche Kompetenz und sein 6:1, 2:6, 10:6 Sieg brachte dem OWL-Team das zwischenzeitliche 1:3 ein.

Kämpferische Einstellung stimmt

„Zumindest mit der kämpferischen Einstellung kann man zufrieden sein“, so Teamchef Renner. Er sah dann auch ein 6:1, 4:6, 11:9-Sieg seines Doppels Juan Manuel Cerundolo/Jonas Forejtek gegen Hugo Dellien/Martin Cuevas. Resultats-Verbesserung ja, aber im Gesamtergebnis nur eine Korrektur. Das zweite Duell mit dem Duo Daniel Cukierman/Jan Zielinski ging letztendlich im Matchtiebreak mit 6:3, 6:7(4), 8:10 gegen Quentin Halys/Nils Langer verloren. 

Bildzeile: Mit seinem vierten Einzelsieg am Sonntag in Aachen avancierte Daniel Cukierman zum besten Saisonspieler im Team Hämmerling TuS Sennelager. © Ralf Meier