Weltklasse im Club

Team Hämmerling TuS Sennelager mit triumphalem Wochenende

Autor: Frank Hofen

Spätestens an diesem sonntäglichen 28. Juli muss die sportliche Geschichte der Paderborner neu bewertet werden. Nach dem 5:1-Sieg in Aachen folgte heute ein 4:2-Erfolg bei fläsh TC Weinheim.

Nach der überraschenden 3:1-Einzelführung steuerte das Sennelager-Duo Antoine Hoang/Jan Zielinski mit einem souveränen Zweisatzsieg (6:3, 6:1) gegen Thomas Fabbiano/Luca Vanni den siegbringenden vierten Punkt bei. Abschließend unterlagen Rinderknech/Guinard mit 6:2, 4:6, 3:10 dem Weinheimer Paar Arnaboldi/Wintermantel.

Sennelager? Wo ist das denn?

An diesem Tennis-Wochenende gab es Paukenschläge in der 1. Tennis-Point Bundesliga, mit denen nicht zu rechnen war. Dass sich Teams wie Grün-Weiss Mannheim, BW Timberland Finance Krefeld oder Badwerk Gladbacher HTC an der Tabellenspitze behaupten würden, daran zweifelte niemand. Dass aber ein Nobody des nationalen Mannschaftssports sich in die positiven Schlagzeilen spielen würde, war nicht zu erwarten. Im Gegenteil. Als sich das Team Hämmerling TuS Sennelager, nach seinem siebten Aufstieg in Serie plötzlich in der Eliteliga wieder fand, zog so mancher Kontrahent die Augenbrauen hoch: „Sennelager, wo ist das denn?“, wurde immer wieder gefragt.

Am sechsten Spieltag auf Platz sechs der Tabelle

Gleichwohl hat sich das Team Hämmerling TuS Sennelager auf den sechsten Tabellenplatz vorgespielt und ist nun mit einem Punkt Vorsprung vor dem TC Großhesselohe und dem Kölner THC Stadion Rot-Weiss platziert. „Wir haben in zwei Spielen Big-Points gemacht“, so Teamchef Marc Renner“, und mit fünf Pluspunkten können wir jetzt entspannter die nächsten Herausforderungen angehen.“ So ruhig wie Renner die Begegnungen analysiert, so wenig aufgeregt scheint auch der Aufsteiger seine Aufgaben zu lösen, denn der Spieltag in Weinheim begann für die Ostwestfalen fast so ähnlich wie am Freitag bei Blau-Weiß Aachen. Mit Regen. Davon einmal abgesehen, gab es zudem personelle Probleme im Team von Marc Renner.

Ruhiger Renner: ein unaufgeregter Aufsteiger trotzt den Verletzungsproblemen

Der bis dato so spielstarke Franzose Arthur Rinderknech hatte Oberschenkelprobleme und blieb zunächst draußen. Ebenfalls nur Zuschauer war der Portugiese Federico Ferreira Silva, dem die Adduktoren zu schaffen machten. Nach dem verspäteten Beginn mussten zunächst Jan Zielinski und Alexey Vatutin (ATP 201) auf die rote Asche, und der 21-jährige Warschauer hielt gegen Renzo Olivo (ATP 259) recht gut mit. Bis zum Stande von 5:5. Als der Pole das Break nicht nach Hause bekam, war das Match sozusagen gelaufen. Der gebürtige argentinische Davis-Cup-Spieler mit italienischem Pass gewann mit 7:6(3), 6:2. Dass dies der einige Einzelpunkt sein würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt auf Seiten der Gastgeber niemand. Hoffnung auf mehr kam beim TC Weinheim auf, denn Andrea Arnaboldi holte sich den ersten Satz gegen Alexey Vatutin. Doch der Mann aus Wolgograd stellte danach sein Spiel gegen den 31-jährigen Italiener um. Die langen zermürbenden Slicebällen zeigten Wirkung und der 26-jährige Russe feierte einen 4:6, 6:2, 10:3-Sieg.

Das Spitzen-Einzel hielt, was es versprach

Recht zügig machten die Paderborner weiter. Als nächstes stand der 23-jährige Manuel Guinard (ATP 339) auf dem Platz und seine Herausforderung war der elf Jahre ältere Weinheimer Luca Vanni (ATP 246). Zwar verspielte der Mann aus Saint Malo - der bretonischen Küstenstadt mit dem größten Touristenzuspruch aller französischen Städte - leichtsinnig einige Vorteile, doch er zog sein Spiel durch und gewann deutlich mit 7:6(3), 6:2. Sehenswert war die abschließende Auseinandersetzung der beiden Spitzenspieler. Sowohl Thomas Fabbiano (ATP 90) als auch der erstmals auf Seiten Sennelagers eingesetzte Antoine Hoang (ATP 105) boten allerbesten Tennissport. Der 30-jährige Italiener traf auf einen hochmotivieren Franzosen, der von einer Turnierreise aus Kanada zum Team gestoßen war. Er hat sich spielerisch enorm verbessert, und sein aktuelles ATP-Ranking an der 100er-Grenze gibt das auch in Zahlen her. Erfreulich dann seine Leistung auch im Match, sodass er den ersten Satz knapp für sich entscheiden konnte. In der Folge steigerte sich der sieben Jahre älterer Fabbiano aber deutlich und stellte mit einem glatten Satzgewinn den Ausgleich her. Wer nun geglaubt hat, dass das Duell auf Grund der verbesserten Matchführung zu Gunsten der Weinheimer Nummer eins entschieden sei, der lag daneben. Antoine Hoang präsentierte sich als abgezockter Franzose und selbst zwei Matchbälle gegen sich im Champions Tiebreak brachten ihn nicht aus der Konzentration. Um 16.44 Uhr nahm das Team Hämmerling seinen 5:7, 6:3, 12:10-Sieg begeistert auf und das 3:1-Zwischenresultat war der zweite Auswärtserfolg der Ostwestfalen.

Die nächste Hürde zum Klassenerhalt kann der TuS Sennelager am 04.08.2019 ab 11.00 Uhr bei Mitaufsteiger TC Großhesselohe nehmen; es ist die dritte Auswärtspartie in Folge.

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Foto: Am heutigen sechsten Spieltag führte Antoine Hoang das Team Hämmerling TuS Sennelager erstmals als Nummer eins an, und mit zwei Siegen trug der Franzose maßgeblich zum Auswärtssieg bei fläsh TC Weinheim bei. © Agentur Klick