Weltklasse im Club

Team Hämmerling: Freitag kommt Badwerk Gladbacher HTC zum Liga-Start

Autor: Frank Hofen

Paderborn. Der 64-jährige Unternehmer Ralf Hämmerling, zugleich auch 2. Vorsitzender des TuS Sennelager, ist mit der Herren-Mannschaft aus der Bezirksklasse bis in die Tennis-Bundesliga aufgestiegen. Im Debütjahr 2019 landeten die Ostwestfalen auf einem überragenden siebten Tabellenplatz und hatten letztlich nichts mit dem Abstieg zu tun. Und dies weitestgehend mit einem Aufgebot ohne große Namen, dafür mit viel Willen und einem stilprägenden Teamgeist. Nicht anders geht das Team Hämmerling TuS Sennelager auch in der am Freitag beginnenden Spielzeit vor, denn der Klassenerhalt ist das Ziel. Nachfolgend ein Interview mit dem Mäzen, Hauptsponsor und Namensgeber Ralf Hämmerling zur Tennis-Point Bundesliga der Herren.

Interview mit dem Unternehmer Ralf Hämmerling. Zum Ligastart am Freitag kommt Badwerk Gladbacher HTC

 

Herr Hämmerling, fangen wir mit etwas Erfreulichem an. Nach dem umjubelten Klassenerhalt im Debütjahr 2019, und der coronabedingten Pause im letzten Jahr, freuen Sie sich nun darauf, dass wieder gespielt wird.

Ralf Hämmerling: Das kann man wohl sagen. Die vergangenen Wochen waren sehr anstrengend. Zum einen die Diskussionen um den Spielplan, zum anderen aber auch die Gespräche mit unseren Partnern und Sponsoren. Erfreulicherweise habe ich feststellen können, dass wir als Team Hämmerling TuS Sennelager ein sehr gutes Standing haben, so dass wir uns entschieden haben, wieder an der Tennis-Bundesliga teilzunehmen. Um auf Ihre Frage zurückzukommen, ja ich freue mich sehr darauf.

 

Verändert hat sich der Austragungsort Ihrer Heimspiele. Wie sind Sie auf den Hövelhofer Tennis Club Blau-Weiss gekommen.

Ralf Hämmerling: Ich kannte den HTC-Vorsitzenden Daniel Didier und habe ihn diesbezüglich angesprochen. Da es ein ambitionierter Tennisclub ist, der etwas bewegen will, waren wir uns schnell mit dem Vorstand einig, unsere Heimspiele dort auszutragen.

 

Nun ist der Bundesliga-Start auf den 09. Juli verschoben worden. Warum?

Ralf Hämmerling: Es war so, dass die Vorschriften auf Grund der Pandemie alles in Frage gestellt hatten. So sind Turniere ausgefallen und verschoben worden. So dass es letztlich bis vor zehn Tagen gebraucht hat, bis ein Spielplan für alle akzeptabel war.

 

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Bundesliga-Vereine und der DTB konträr gegenüberstanden. War der Spielbetrieb gefährdet.

Ralf Hämmerling: Es gab unterschiedliche Ansichten und Meinungen, sowohl beim DTB als auch unter den Bundesliga-Vereinen. Von daher hatten auch einige Vereine die Absicht geäußert, sich vom Spielbetrieb zurückzuziehen. Von daher, ja, die Saison war gefährdet.

 

Täuscht mich mein Gefühl, dass der DTB wenig Rücksicht auf die Bundesliga-Vereine nimmt?

Ralf Hämmerling: Es ist ein vielschichtiges Problem. Sicherlich hat die Tennis-Bundesliga der Herren nicht den sportlichen Einfluss auf den Verband, wie man ihn auf Grund der rund 50 Jahre Liga gerne hätte. Vielleicht ist man auch beim DTB zu weit weg von dieser Ligabasis. Zum anderen ist festzustellen, dass die zehn Clubs - was ich verstehen kann – sehr ihre eigenen Interessen im Blick haben. Hier hätte ich mir schon etwas mehr Solidarität auf Seiten der Bundesliga-Clubs gewünscht.

 

? Was muss sich in dieser Hinsicht ändern.

Ralf Hämmerling: Meiner Meinung nach, da die Tennis-Bundesliga zweifelsfrei ein Profispielbetrieb ist, muss man sich auch so aufstellen. Ein loser Zusammenschluss, wie es derzeit in einem Ausschuss der Fall ist, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Fragen nach Ligavermarktung, Sponsoren, TV-Rechte und andere Themen müssen professioneller gelöst werden. Das kann man nicht dem DTB alleine überlassen, die Bundesliga-Vereine müssen hier gestaltend mitwirken. Durchaus unter dem Dach des DTB, aber mit einer eigenen Ligastruktur bzw. -organisation.

 

Kommen wir zu Ihrem Team. Ist die Mannschaft stark genug um erneut den Klassenerhalt zu ermöglichen.

Ralf Hämmerling: Davon gehe ich aus. Wir haben in unserem Debütjahr 2019 mit Enthusiasmus und großem Teamspirit die Liga halten können. Das wird auch in dieser Saison so sein. 

 

Vergleicht man das aktuelle Aufgebot mit dem der Saison 2019, so fällt auf, dass sich Profis wie Norbert Gombos, Arthur Rinderknech oder Jozef Kovalik spielerisch und im ATP-Ranking enorm verbessert haben. Wie konnten Sie die überzeugen beim Team Hämmerling zu bleiben.

Ralf Hämmerling: Es ist ja so, dass Marc (Renner als Teamchef, Anm. Red.) und Marius (Kur als Coach, Anm. Red.) nicht nur zur Saison, sondern das ganze Jahr über den Kontakt zu den Profis halten. Auf allen Social-Media-Kanälen tauscht man sich aus und diese persönliche Verbindung gibt eine Zugehörigkeit zum Team. So entsteht Teamspirit.

 

Hat der Tennissport in Paderborn eine wirtschaftliche Basis.

Ralf Hämmerling: Da wir lange nicht wussten, wie es weiter geht, konnten wir auch keine Sponsorenakquise betreiben. Seit vier Wochen führen wir nun Gespräche mit unseren vorhandenen Sponsoren. Ich kann nur sagen, keine einzige Firma oder Unternehmen hat uns abgesagt. Sie alle sind dabei geblieben. Es ist sogar etwas mehr an Geldern zusammengekommen, so dass wir sicherlich ein starkes Team aufbieten können.

 

? Zuschauer dürfen auch kommen. Wenn ja, wieviel sind zugelassen.

Ralf Hämmerling: Bis zu 500 Zuschauer sind zugelassen. Auf der Tribüne sind die entsprechenden Sitzplätze markiert und nummeriert, so dass wie exakt wissen, wer wo Platz genommen hat. Gottlob sind aber in Hövelhof und Paderborn die Inzidenzen rückläufig.

 

Kann man sagen: Der Hövelhofer Tennis Club und Ihr Team Hämmerling sind bereit zum Ligaauftakt gegen den Gladbacher HTC.

Ralf Hämmerling: És hat alles just in time geklappt und es kann losgehen. Wie eingangs gesagt, wir freuen uns auf die Bundesliga-Saison 2021.

 

Dann wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Saison.

 

Bildzeile: Der Unternehmer, Hauptsponsor, Namensgeber und 2. Abteilungsvorsitzender, Ralf Hämmerling, freut sich Start in der 1. Tennis-Point Bundesliga an. © Ralf Meier