Weltklasse im Club

Riesen-Stimmung, Hochspannung und endlich ein Sieg

Autor: Alex

Am Sonntag empfing das Lambertz-Team den TuS Sennelager zum klassischen Vierpunktespiel. Im Duell der Tabellenschlusslichter ging es um eine Vorentscheidung im Abstiegskampf. Die Paderborner waren minimalistisch mit vier Spielern, dem Trainer und dem Team-Manager angereist. Die Aachener auf der anderen Seite hatten 350 Zuschauer im Rücken und Besuch von einer besonderen Glücksbringerin. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen war der Einladung des Klubs gefolgt und offenkundig angetan: „Ein Juwel, das ich von Spaziergängen im Kurpark bisher nur von außerhalb der Anlage kannte.“

Neuzugang Quentin Halys führte sich auf dem Center Court auch direkt prächtig ein. Seine Aufschläge kamen schnell und platziert, in längeren Ballwechseln konnte ihm Jonas Forejtek meist wenig entgegensetzen und auch das Netzspiel von Halys überzeugte. So fiel das 6-1, 6-2 weder überraschend noch zu hoch aus.

Parallel spielte Martin Cuevas ebenfalls richtig stark auf. Die Dominanz des Uruguayers war auf den ersten Blick weniger ersichtlich als die von Halys auf dem Center Court, aber Martin spielte hochkonzentiert, brachte fast 80% seines mächtigen ersten Aufschlags ins Feld und machte auch von der Grundlinie wenig Fehler, so dass seine wuchtigen Schläge Jan Zieliński schnell in Bedrängnis brachten. 6-2, 6-2

Alles sah nach einem lockeren Sieg der Aachener aus, aber die verbleibenden Partien hatten es in sich. Hugo Dellien trat auf dem Center Court zu seinem ersten Match für das Lambertz-Team gegen Juan Manuel Cerúndolo an. Beide sind als absolute Sandplatzspezialisten bekannt und das Match hielt, was die Protagonisten versprachen. Im Kurpark wurde Tennis auf Weltklasseniveau geboten, hochspannend und mit vielen langen Ballwechseln. Besonders im ersten Satz prägten viele Breaks das Match, so dass meist unklar war, wer hier wirklich die Nase vorn hatte. Am Ende war es der Bolivianer, der beide Sätze knapp für sein Team gewinnen konnte. 6-4, 6-4

Währenddessen hatte Vít Kopřiva, Top 200 Spieler und Sandplatzspezialist, gegen Daniel Cukierman, ATP 756, die vermeintlich leichteste Aufgabe. Der Israeli zeigte aber von Anfang an, dass er überhaupt keine Probleme hatte, lange Rallyes gegen Kopřiva mitzuspielen und diese häufig auch für sich zu entscheiden. Der Tscheche wirkte überrascht, dass „sein“ Tennis hier nicht einfach zum Sieg reichen würde. Zusätzlich erschwerte der böige Wind die Aufgabe, da Kopřiva die Linien sucht und seine Schläge meist sehr knapp übers Netz bringt, der Raum für Fehler also begrenzt ist. Cukierman gewann den ersten Satz ungefährdet. Umgekehrtes Bild im zweiten Satz: Cukierman macht nun mehr Fehler während Kopřiva sicherer agierte. Im Champions Tiebreak war es dann wieder Kopřiva, der sich gleich zu Anfang mit einigen leichten Fehlern in Bedrängnis brachte während Cukierman die Nerven behielt. 1-6, 6-2, 6-10

Die Spannung stieg also noch einmal an. Das Lambertz-Team hatte diese Saison bei den Doppeln eher wenig geglänzt, aber zumindest eines sollte hier gewonnen werden. Zunächst ging auf beiden Plätzen jedoch der erste Satz verloren. Dellien und Cuevas kamen überhaupt nicht in Tritt und auch bei Nils Langer und Quentin Halys haperte es an der Abstimmung. Das südamerikanische Doppel steckte nach dem 1-6 nicht auf, sondern kämpfte sich zurück ins Match und begann nun auch die Schwachstellen im Sennelagerer Doppel zu entschlüsseln. Nach dem knapp gewonnenen zweiten Satz ging es also wieder einmal in den CT. Der wirkte zunächst ausgeglichen, sah die Aachener dann auf 9-7 davonziehen und nach zwei vergebenen Matchbällen schließlich doch verlieren. 1-6, 6-4, 9-11

Auf dem Center Court sah es ebenfalls nicht gut aus. Halys und Langer hatten bei 4-5 Matchball gegen sich, konnten diesen aber abwehren und den zweiten Satz im Tiebreak retten. Es folgte also direkt der nächste Tiebreak, der dritte Champions Tiebreak des Tages. Unter frenetischer Anfeuerung der verbliebenen 150 Fans spielte das Lambertz-Duo diesen durchweg von vorn und sicherte sich bei 9-6 drei Matchbälle, zwei davon bei eigenem Aufschlag. Einen starken Passierschlag und einen irren Ballwechsel mit dem besseren Ende für die Sennelagerer später fragten sich die Fans, ob nach 3-1 Führung und mehrerer Matchbälle zum 4-1 am Ende wieder nur ein Unentschieden stehen sollte. Halys und Langer behielten jedoch die Nerven und verwandelten bei gegnerischem Aufschlag ihren dritten Matchball. Die Freude der Kurhäuser war natürlich groß, aber vor Allem konnte man die Erleichterung über den ersten Saisonsieg spüren.