Weltklasse im Club

Mitternachts Tie-Break-Krimi beim 4:2 Sieg von Mannheim in Aachen

Autor: Marc Zander

Um 23:25 Uhr gewinnt Mannheim mit 4:2 bei Blau-Weiss Aachen.

Um sage und schreibe 23:25 Uhr war das Spiel zwischen Blau-Weiss Aachen und dem aktuellen Deutschen Meister Grün-Weiss Mannheim in der Halle beendet. 4:2 lautete der Endstand und Mannheims Teamchef Gerald Marzenell durfte kräftig durchatmen mit dem Hinweis „da haben wir eine gute Portion Glück gehabt“.
 
Thiemo de Bakker konnte bei seinem Premiereneinzel für BW Aachen Mannheims Spanier Pedro Martinez ordentlich Gegenwehr bieten, musste sich am Ende aber mit 3:6 und 2:6 geschlagen geben. Bei Aachens Germain Gigounon lag der Ball wortwörtlich auf der Netzkante, bevor er sich dann aus Aachener Sicht für die falsche Seite entschied. Hier konnte der erfahrene Andreas Beck am Ende mit 1:6/6:3 und 12:10 die glückliche Oberhand behalten. Zizou Bergs überzeugte beim 6:4 und 6:4 Sieg gegen Jeremy Jahn mit druckvollem Tennis, wobei den Mannheimer am Ende eine Verletzung zu schaffen machte. Das Spitzenspiel des Tages hatte den Namen wirklich verdient. Mannheims Dusan Lajovic (ATP 36 und Monte-Carlo Finalist 2019) schien zunächst bis zum 6:4 und 5:3 alles im Griff zu haben gegen den jungen Tallon Griekspoor. Schon bis dahin war das Match von langen und präzisen Ballwechseln dominiert. Der junge Niederländer (ATP 198) drehte das Match noch in den Champions-Tie-Break, konnte aber eine 6:3 und 7:5 Führung nicht nutzen. Am Ende durfte Teamchef Gerald Marzenell beim 10:8 des Serben ein zweites Mal sichtlich und tief durchatmen.

Der Spieltag war mit langen Regenpausen gespickt und so begannen die Doppel gegen 21:30 Uhr kurzerhand in der Halle. Hier konnten die Aachener De Bakker/Griekspoor beim 6:3 und 7:5 gegen Lajovic/Kern auf 2:3 verkürzen. Der Krimi im Doppel 2 nahm seinen Lauf und am Ende haben die Mannheimer Beck/Martinez mit 6:3/5:7 und 10:8 gegen die Belgier Gille/Fliegen den 4:2 Sieg eingefahren. Das war Spitzentennis am Luxemburger Ring in Aachen und ein 3:3 wären aus Sicht aller Beteiligten das passende und gerechtere Ergebnis gewesen, denn auch das Verhältnis der Spiele sagt 60:60!

Nun reisen die Aachener am Sonntag zum Titelanwärter nach Gladbach. Auch hier sind die Rollen zwischen Favorit und Underdog klar verteilt.