Weltklasse im Club

Grandioser Auftritt vom Team Hämmerling

Autor: Frank Hofen

Das Team Hämmerling TuS Sennelager steht durch einen grandiosen 5:1-Erfolg beim Mitaufsteiger Blau-Weiß Aachen erstmals in dieser Saison der 1. Tennis-Point-Bundesliga auf einem Nichtabstiegsplatz. Besondere Umstände begleiten das Auswärtsspiel der Paderborner an der niederländischen Grenze.

Mal eben über die Grenze

Es ist schon bemerkenswert, was letztlich am Freitagabend in der deutschen 1. Tennis-Point-Bundesliga passiert ist. In der niederländischen Provinz Limburg liegt die kleine Gemeinde Vaals, knapp acht Kilometer von Aachen entfernt, und in eben diesem 10.000 Einwohner zählenden Städtchen kam das Team Hämmerling TuS Sennelager zu seinem ersten Erfolg. An diesem 26. Juli konnte um 22.48 Uhr der Ligadebütant aus Ostwestfalen mit einem 5:1 Erfolg gegen den Mitaufsteiger Blau-Weiß Aachen seinen ersten Bundesligasieg feiern. Und warum in Vaals? Mehrere Regenunterbrechungen verzögerten tagsüber die Begegnung und so musste die Fortsetzung der beiden Doppel in der Tennishalle im benachbarten Ausland zu Ende gespielt werden.

Erstmals auf einem Nichtabstiegsplatz

Beim Wechsel über die >grüne Grenze< hatte das französische Sennelager-Duo Arthur Rinderknech/Manuel Guinard bereits den ersten Satz gewonnen, lag dann aber 1:3 zurück. Auch das zweite Hämmerling-Gespann Jozef Kovalik/Jan Zielinski war im Tiebreak des ersten Satzes siegreich. Zwar gaben die Franzosen den zweiten Durchgang gegen de Bakker/Gigounon ab, doch im vierten Champions Tiebreak des Tages - drei davon buchten siegreich die Ostwestfalen - war ihr 6:3, 3:6, 10:8-Erfolg der vierte Punktegewinn zu Gunsten der Paderborn entschieden. Wenige Minuten danach waren dann auch Kovalik/Zielinski am Ziel und sie sorgten mit ihrem Zweisatzsieg (7:6, 6:4) für den großartigen Teamerfolg. Der Lohn: Mit einem 3:7-Punktekonto verbesserte sich der TuS Sennelager auf den achten Rang, einem Nichtabstiegsplatz in der Tabelle. Sie haben somit nicht nur Aachen hinter sich gelassen, auch fläsh TC Weinheim, die nächste Herausforderung am Sonntag in der Kurpfalz.

Hämmerlinger Strahlen

„Das wäre geschafft“, so TuS-Teamchef Marc Renner, „jetzt können wir ein wenig entspannter die nächsten Aufgaben angehen. Es fühlt sich großartig an, aber alle sind ganz schön platt.“ Während unisono alle >Hämmerlinger< das breite Strahlen im Gesicht hatten, freute sich Arthur Rinderknecht noch einen Deut mehr. Zum einen beging er am vergangenen Montag seinen 24. Geburtstag und die Mannschaft hat ihn am Freitagmorgen beim Frühstück mit einem Geschenk überrascht, was ihn wiederum noch mehr motivierte. Zum anderen: Tadellos sind seine Leistungen und er ist mit einer makellosen 4:0-Bilanz zweifelsohne der Mann der Stunde. Der Motivator sorgt mit seinen Siegen für die nötigen Glücksmomente im Team. Respekt, Monsieur Rinderknech!

Regen stört den Rhythmus

Kein geregelter Ablauf in der ersten Einzelrunde, denn Regen und Gewitter sorgten für zwei längere Unterbrechungen. Sie betrafen die Partien zwischen Germaine Gigounon und Alexey Vatutin bzw. Yannik Reuter und Manuel Guinard. Diese Spielpausen brachten den 26-jährigen Vatutin (ATP 201) aus dem Rhythmus, so dass er gegen seinen belgischen Kontrahent Gigounon so seine Probleme hatte. Irgendwie fand der in Barcelona lebende Russe aber doch zur spielerischen Linie zurück und mit einem 6:4, 7:5 Sieg gingen die Paderborner im Duell der Kellerkinder mit 1:0 in Führung. Recht lange dauerte die Auseinandersetzung der an Nummer vier gesetzten Akteure, Yannik Reuter gegen Manuel Guinard (ATP 339) an, zumal sich beide in der Spielanlage sehr ähneln. Lange und flache Ballwechsel von der Grundlinie gespielt, die Plätze waren zudem auf Grund des Regens relativ weich, ließen keinen Netzangriffe zu und es wurde ein Nervenspiel. Doch die Geduld zahlte sich aus. Der 7:6(4), 2:6, 10:7 Sieg des erstmals eingesetzten Franzose Guinard bedeutete das 2:0.

Wundertüte de Bakker

Hoffnung kam bei den Aachenern auf, als Thiemo de Bakker (ATP 338) auf Jozef Kovalik (ATP 186) traf. Der 30-jährige Niederländer, ehemals die Nummer 40 der Weltrangliste, begann spielstark und dominierte siegreich den ersten Satz. Allerdings wurde sein 26-jähriger slowakischer Kontrahent besser und gestaltete den nächsten Durchgang für sich. Er war demzufolge auf dem besten Wege sein Team mit 3:0 nach vorne zu bringen, denn eine 7:4 Führung im Champions Tiebreak ließ diese Erwartung aufkommen. Doch der niederländische Davis-Cup-Spieler spielte zum Ende der Partie fast fehlerfrei und mit einem 6:3, 3:6, 10:8-Sieg holte er den Anschlusspunkt.

Geburtstagskind und Matchwinner: Rinderknech ist nicht zu schlagen

Gottlob hat aber das Renner-Team einen Arthur Rinderknech (ATP 356) in seinen Reihen, der gegen den erstmals aufgebotenen belgischen Aachener Clement Geens souverän mit Satzgewinn das Duell begann. Doch die Partie kippte zu Gunsten des 23-Jährigen, der aus der berühmten belgischen Stadt Waterloo stammt. Er wusste seine Breakchancen zu nutzen und der 24-jährige Franzose hatte den Satzausgleich hinzunehmen. Das beeindruckte den sympathischen Sennelager Profi aber nicht, der letztlich im Champions Tiebreak mit 6:2, 3:6, 10:4 die Partie gewann und mit der 3:1-Führung war die Basis für den späteren Erfolg gelegt.

 

Bildzeile: Ungeschlagen ist der 24-jährige Franzose Arthur Rinderknech noch in der 1. Tennis-Point-Bundesliga und hat für das Team Hämmerling TuS Sennelager eine makellose 4:0-Bilanz erspielt. Er führte die Mannschaft am fünften Spieltag auf einen Nichtabstiegsplatz. © Agentur Klick