Weltklasse im Club

Düsseldorfer Spitzenaufgebot zu stark für TuS Sennelager

Autor: Frank Hofen

Der Rochusclub Düsseldorf war mit seinem Spitzenaufgebot (vier Top-100-Spieler) eine Nummer zu groß für den ostwestfälischen Aufsteiger, der am dritten Spieltag in eine 1:5-Heimniederlage einwilligen musste und nun das Tabellenende besetzt. Knapp 1.000 Zuschauer sahen engagiertes Tennis ihrer heimischen Spieler, doch am Ende reichte es nur zum Ehrenpunkt für das polnische Duo Zielinski/Matkowski.

Der Gast, Team Allpresan Rochusclub Düsseldorf, gehört seit 1991 ununterbrochen der 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren an und ist zweifelsohne eine Bereicherung für die Liga. Fast immer tritt die seit >ewigen Zeiten< vom Teamchef Detlev Irmler gecoachte Mannschaft mit Spitzenleuten an. „Ich versuche immer, ein spielstarkes Aufgebot zu präsentieren“, so Irmler, „was mir mehr oder weniger auch fast immer gelingt.“ So waren die Rheinländer am dritten Spieltag schon vor dem ersten Ballwechsel beim Aufsteiger Team Hämmerling TuS Sennelager Favorit, denn vier Top 100-Profis zeigten den nominellen Unterschied auf.  „Klar, unsere Spieler haben teilweise einen Unterschied von über 220 ATP-Ranglistenplätzen“, sagt Ralf Hämmerling (Namens- und Hauptsponsor beim Liga-Neuling), „doch erfreulich ist, dass sie phasenweise gut mithalten können.

Sportliche Talkgäste und nervöser Debütant

Zwar gab es am Sonntag eine 1:5-Niederlage, deren Zeugen rund 1.000 Besucher waren. Darunter waren, als Talkgäste vom Basketball-Zweitligisten Uni Baskets Paderborn, der US-amerikanische Coach Steven Esterkamp, Sportdirektor Uli Naechster und Präsident Christoph Schlösser. Doch der Liga-Neuling zeigte zunächst wenig Respekt angesichts des Düsseldorfer Staraufgebots. Einmal abgesehen von dem an Position vier aufgebotenen 20-jährigen Julius Hillmann, der sein Bundesligadebüt gab. „Ich war so nervös, dass ich überhaupt keinen Rhythmus finden konnte“, sagt der Münsteraner, der eine bittere 2:6, 0:6-Niederlage gegen den zwei Jahre jüngeren, mehrfachen Deutschen Jugendmeister Henri Squire kassierte.

Eine gute Vorstellung bot der kampfstarke Dragos Dima (ATP 330) an Position zwei gegen Pablo Andujar-Alba (ATP 78). Der Rumäne hatte im zweiten Durchgang Möglichkeiten den Satz zu gewinnen, doch der elf Jahre ältere Spanier war zu clever. Er spielte das Kraftpaket immer wieder aus und holte in zwei Sätzen (6:2, 7:5) einen weiteren Punkt für die Gäste. Mittlerweile war auch das Duell zwischen dem an Position drei spielenden polnischen US-Collegeboy Jan Zieliski und dem litauischen Davis Cup-Spieler Ricardas Berankis (ATP 77) mit 6:4, 6:2 an den Rochusclub gegangen, sodass sich das Publikum nun auf der Tribüne um den Centre Court scharte.

Spitzenduell auf Augenhöhe

Sehenswert war hier das Spitzenduell zwischen Federico Ferreira Silva (ATP 296) und dem Argentinier Juan Ignacio Londero (ATP 60). Unglaublich lange Grundlinienduelle mit hoher Geschwindigkeit und großem Druck. Rechts und links jagten sich die Beiden hin und her, so dass die Zuschauer geradezu euphorisiert waren. Als dann auch noch der erste Satz (6:3) zu Gunsten des 24-jährigen Portugiesen ging, wurde mit rhythmischen Klatschen geradezu eine enthusiastische Stimmung entfacht. Doch der Satz hatte Kraft gekostet, was mit 1:6 bei Ferreira zu belegen ist. Er erholte sich wieder, doch der aus Cordoba stammende Südamerikaner setzte sich im Champions-Tiebreak mit einem 3:6, 6:1, 10:6 Sieg durch. „Das ist ärgerlich“, sagt der Ex-Basketball-Profi Steven Esterkamp, „aber so ist das nun einmal im Sport. Kleinigkeiten entscheiden über Sieg und Niederlage.“

Begeistert waren die Paderborner vor allem von ihrem polnischen Doppel Jan Zielinski/Marcin Matkowski, wobei letzterer bereits die Nummer sieben der Doppel-Weltrangliste war. Er führte seinen 16 Jahre jüngeren Landsmann mit einem Zweisatzsieg zum Ehrenpunkt. Zuvor gewannen Berankis/Rosol in zwei Sätzen gegen Ferreira Silva/Dima.

Bildzeile: Mit Jan Zielinski (links) und Marcin Matkowski hat das Team Hämmerling TuS Sennelager ein spielstarkes Doppel und sie holten den Ehrenpunkt. © Agentur Klick