Weltklasse im Club

Doppelter Punktgewinn für den Fläsh TC Weinheim 1902

Autor: Astrid Wagner

Mit dem erhofften Sieg startete das Bundesliga-Team des fläsh TC Weinheim 1902 in die Saison 2019.

Auf der heimischen Anlage erspielten sich die Bergsträßer gegen Aufsteiger TK BW Aachen am Sonntag auf der heimischen Anlage ein 4:2 . Es war ein doppelter Punktgewinn mit Ansage. Im Kampf um den Verbleib in der höchsten deutschen Liga sind die Blau-Weißen Aachen ein direkter Konkurrent.

Für den ersten Einzelsieg der Saison sorgte Kapitän Frank Wintermantel in seiner 12. Saison in Weinheim. „Franky“ überzeugte an Position 4 mit Kampfgeist, Nervenstärke und Spielfreude. Sein Match begann ein wenig holprig. Schnell fing er ein Break vom Belgier Yannik Reuter, lag 1:4 und 2:5 zurück. „Dann habe ich gehört, dass Arnaboldi auf dem anderen Platz den ersten Satz mit 1:6 verloren hat“, erklärte ein sichtlich zufriedener Kapitän nach der Begegnung, „da musste ich einfach noch mehr zulegen.“ Gesagt, getan. Wintermantel kam eindrucksvoll zurück und gewann den ersten Durchgang noch mit 7:6. Auch der zweite Satz blieb umkämpft, doch der Weinheimer ließ sich die Butter am Ende nicht mehr vom Brot nehmen und brachte den Sieg mit einem 7:5 unter Dach und Fach.

Neuzugang Andrea Arnaboldi war nach eigenen Aussagen bei seinem Premierenauftritt vor dem Weinheimer Publikum ganz schön nervös. Das spiegelte sich dann auch im ersten Satz wieder, in dem nicht wirklich zu seinem Spiel fand. Mit der Unterstützung der Fans im Rücken gelang es dem Italiener dann aber, den Schalter umzulegen. Gegen den Belgier Zizou Bergs sprang so ein am Ende ungefährdeter 1:6, 6:3 und 10:3-Sieg heraus.

An Position 1 zeigte der junge Norweger Casper Ruud, die Nummer 62 der Weltrangliste, wie sehr er sich seit dem vergangenen Jahr verbessert hat. Beim deutlichen 6:1, 6:1 ließ er gegen den Inder Prajnesh Gunneswaran nichts anbrennen. Von der Tribüne aus verfolgten auch Papa Christian - selbst einst Weltranglisten-39. - Mutter, Schwester und Freundin seinen Sieg.

Erst sein drittes Match ü berhaupt nach zweieinhalbmonatiger Verletzungspause spielte Weinheims Luca Vanni. Man merkte es: Ein bisschen fehlte dem langen Italiener noch die Matchpraxis, er verlor in drei Sätzen (4:6, 6:3, 3:10). Im zweiten Durchgang hatte man den „alten“ Vanni wieder erlebt, der alles gab auf dem Platz. Es ist die Konstanz, die nun noch fehlt. Die möchte er mit möglichst vielen Turniermatches wiedererlangen. „Mein Gegner war im Championstiebreak einfach besser“, analysierte Luca sein Match.

Umso wertvoller dann sein Doppelsieg an der Seite von einem stark spielenden Moritz Baumann, der die Entscheidung zugunsten des fläsh TC Weinheim 1902 brachte (6:2, 6:4). „Das war ein wichtiger Sieg heute gegen Aachen“, freute sich der Mann aus der Toscana. „Wir wollen auf alle Fälle die Klasse halten. Es ist so ein spezieller Ort hier in Weinheim. Wir haben die Saison mit demselben Teamgeist, in derselben guten Atmosphäre begonnen wie die vergangene.“ Ruud/Arnaboldi verloren denkbar knapp mit 5:7, 6:7.

Prominentester Gast am Sonntag war Thomas Fabbiano. Er hatte in Wimbledon den Weltranglisten-Sechsten Stefanos Tsitsipas aus dem Turnier geworfen und schied erst am Donnerstag in der dritten Runde aus. Spontan hatte er gefragt, ob noch ein Hotelzimmer bei den Teamkollegen zu haben sei – und kam, um seine Mannschaft vom Spielfeldrand aus zu unterstützen.

Noch einer konnte am Sonntag, nur wenige Kilometer entfernt, jubeln: Weinheims Yannick Hanfmann gewann am Sonntag als ungesetzter Spieler das ATP-Turnier in Ludwigshafen in zwei Sätzen gegen den Slovaken Filip Horansky. Nach seiner monatelangen Verletzungspause ist Yannick seit den French Open wieder zurück auf der Tour und wieder ganz der Alte.