Mit einer deutlichen Niederlage beendet Halle die Saison

Bei Grün-Weiss Mannheim gab es bei deren Jubiläums-Wochenende ein 1:5. Badwerk Gladbacher HTC besiegt Lambertz Aachen und wird Deutscher Meister. In die zweite Liga müssen TC Bruckmühl-Feldkirchen und Blau-Weiss Neuss absteigen

Die 1. Tennis-Point Bundesliga der Herren beendete am heutigen Sonntag die 45. Saison und der letztjährige Deutschen Mannschaftsmeister Blau-Weiss Halle schloss diese ab wie sie begann: mit einer Niederlage. Zum Ligastart am 03. Juli gab es ein 2:4 bei Allpresan Rochusclub Düsseldorf, am heutigen 9. Spieltag unterlag das GERRY WEBER Team am Neckarplatt bei Grün-Weiss Mannheim mit 1:5, so dass am Saisonende mit 11:7 Punkten der 5. Tabellenplatz belegt wurde. Tabellen-Erster und somit Deutscher Mannschaftsmeister ist Badwerk Gladbacher HTC (14:4 Punkte) vor dem Vizemeister Allpresan Rochusclub Düsseldorf. Die liegen auf Grund des besseren Matchverhältnisse mit 13:5 Punkten vor Grün-Weiss Mannheim und Kurhaus Lambertz Aachen, die ebenfalls ein Punktekonto von 13:5 aufzuweisen haben, auf dem zweiten Tabellenplatz.

Die Niederlage für die Ostwestfalen stand mit 0:4 bereits nach den vier Einzeln fest, wobei hier und da auch das Quäntchen Glück fehlte um ein besseres Zwischenresultat zu holen. So führte Tim Pütz gegen Andreas Beck im ersten Satz bereits mit 4:2, hatte zwei weitere Breakbälle um die Führung auszubauen, doch dann sein spielerischer Einbruch. Die Folge war eine 4:6. 2:6-Zweisatzniederlage. In dieser ersten Runde musste an Position vier auch Lennart Zynga gegen den 36-jährigen Bundesliga-Dinosaurier Björn Phau antreten. Der mehr als zwei Jahrzehnte jüngere Zynga hielt ersten Satz (5:7) noch recht ordentlich mit, doch dann wurde das Spiel zu schnell und Phau - in seiner Profikarriere bereits die Nummer 59 der ATP-Weltrangliste - buchte mit 7:5, 6:0 den zweiten Mannheimer Punkt.

Gut gespielt, aber zählbares ist dabei nicht heraus gekommen. Der 20-jährige Johannes Härteis musste sich dem zwei Jahre älteren Robin Kern mit 4:6, 6:7(4) geschlagen geben. Angeführt wurde das GERRY WEBER Team vom Rio-Fahrer Jan-Lennard Struff (ATP 83), der allerdings nach seinem Olympia-Trip, verbunden mit der stundenlangen Fliegerei, körperlich nicht 100-prozentig fit war. Auch die Umstellung von Hardcourt auf Sand trug sein übriges dazu bei, so dass der 26-Jährige sich nicht in allerbester Form gegen den Österreicher Gerald Melzer (ATP 91) präsentieren konnte. Gleichwohl fightete Struff in bester Teammanier, doch es nutzte nichts, es gab eine knapp 7:6(8), 6:7(3), 7:10-Niederlage.

Vom Haller Physiotherapeuten Kolia Hermann halbwegs wieder fit gemacht, sozusagen die Wadenprobleme weg massiert, konnte das Duo Struff/Pütz dann wenigstens mit einem Dreisatzsieg (6:7, 6:3,10:7) über Melzer/Phau den Ehrenpunkt holen. Das zweite Haller-Gespann Härteis/Zynga unterlagen mit 3:6, 3:6 Beck/Stadler. „In dieser Aufstellung waren wir sowieso nur Außenseiter“, sagte Teamchef Thorsten Liebich, „doch ich kann der Mannschaft nur bescheinigen, dass sie sich auch in dieser aussichtslosen Situation bestens präsentiert hat. Auch bei 0:5 standen alle bei Struff/Pütz und haben die beiden immer noch angefeuert, was dann auch geholfen hat. Schade, dass wir heute so enden, denn insgesamt betrachtet haben wir eine gute Saisonleistung, trotz personeller Probleme, abgeliefert.“

Der ostwestfälische Titelverteidiger wurde heute abgelöst von Badwerk Gladbacher HTC, die mit einem 5:1 (4:0) Sieg über den Tabellenführer Kurhaus Lambertz Aachen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte Deutscher Mannschaftsmeister wurden.

Zwar konnte der oberbayerische Aufsteiger aus dem Landkreis Rosenheim, TC Bruckmühl-Feldkirchen, am letzten Spieltag ein 3:3-Unentschieden gegen Deutsche Öl und Gas Rot-Weiss Köln erreichen, doch auch der Punktgewinn verhinderte nicht den Abstieg ins die 2. Tennis-Bundesliga Süd. In die Zweitklassigkeit der Nordliga muss auch der Tabellenletzte Blau-Weiss Neuss, der sich mit einer weiteren 1:5-Niederlage aus dem Oberhaus verabschiedet hat, absteigen. Die Niederrheiner haben im Übrigen in den 80ziger und 90ziger Jahren die Liga dominiert und wurden insgesamt zehn Mal Deutscher Meister.

9. und letzter Spieltag Sonntag - 14. August 2016 - 11.00 Uhr
Grün-Weiss Mannheim Blau-Weiss Halle 5:1 (4:0)
Melzer, Gerald Struff, Jan-Lennard 6:7(8), 7:6(3), 10:7
Beck, Andreas Pütz, Tim 6:4, 6:2
Phau, Björn Zynga, Lennart 7:5, 6:0
Melzer/Phau Struff/Pütz 7:6(10), 3:6, 7:10
Beck/Stadler Härteis/Zynga 6:3, 6:3
Zuschauer: 1.850

(Text: Frank Hofen, Bild © Blau-Weiss Halle)