Köln gewinnt letztes Heimspiel der Saison

Zum Heimspiel-Saisonabschluss hat Deutsche Öl & Gas RW Köln verdient mit 4:2 gegen TC Weinheim 1902 gewonnen und nach zuvor zwei Niederlagen in Folge den Abwärtstrend gestoppt.

Der TC Weinheim 1902 spielt auch in der kommenden Saison in der 1. Tennis Bundesliga. Das steht seit Sonntag nun endültig fest, da Abstiegskandidat Nummer 1, die Mannschaft von BW Aachen, auch gegen Düsseldorf verlor. Nun kann man sich am kommenden, für die Weinheimer spielfreien Wochenende, entspannt zurücklehnen und beobachten, was die Konkurrenz macht, bevor am 20. August das letzte Heimspiel der Saison auf der Anlage des TC02 steigt.

Strahlender Sonnenschein und erneut über 2000 Zuschauer, die ins KTHC Stadion strömten um das letzte Heimspiel der Saison live mitzuerleben. Vor der Begegnung gegen Rot-Weiss Köln steht Weinheim mit 6:6 Punkten nach sechs Begegnungen im Mittelfeld der Tennis-Point Bundesliga und hat drei Spieltage vor Saisonende mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun. Da dies das große Ziel des Aufsteigers war, konnte es sich die Mannschaft aus Baden-Württemberg erlauben, nicht mit der absoluten Topbesetzung nach Köln zu reisen. Deshalb war RW Köln auf dem Papier klarer Favorit, zudem hatte sich die Mannschaft von Trainer Ralph Grambow nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge viel vorgenommen.

Mit entsprechend großer Motivation gingen die Kölner Nummern 3 und 4, Oscar Otte und Jan Choinski in Iihre Einzel. Jedoch hatte „Mr. Bundesliga“ Otte (ATP 148) mit seinem Gegner Jonas Lütjen (ATP 577) mehr Probleme als vielleicht zu erwarten war. Lütjen lieferte eine gute Partie und konnte den ersten Satz folglich mit 6:3 gewinnen. Auch im zweiten Satz konnte die Weinheimer Nummer 3 ein Break erzielen. Allerdings schlug Otte zurück und erzwang so den Tie-Break. In diesem sehr engen Tie-Break wehrte Otte zunächst zwei Matchbälle ab, um dann selbst zwei Chancen zum Satzausgleich liegen zu lassen und sich dann letztendlich mit 9:11 geschlagen zu geben. Auf dem Nebenplatz fand der 21-jährige Jan Choinski in seinem Match gegen Moritz Baumann hingegen direkt zu seinem Spiel und konnte durch druckvolles, solides Grundlinienspiel und einen starken Aufschlag die Partie glatt mit 6:3, 6:3 für sich entscheiden.

In der zweiten Einzelrunde zeigte der an Nummer 1 gesetzte Santiago Giraldo auf dem Center Court warum er vor drei Jahren schon auf Platz 28 der Weltrangliste stand und ließ dem Franzosen Rémi Boutillier beim 6:3 6:1 Sieg nicht den Hauch einer Chance. Beim Stand von 4:3 im ersten Satz spielte sich der Kolumbianer in einen Rausch und gewann sieben Spiele in Folge. Immer wieder sorgte “Santi“ dabei mit seiner Rückhand für spektakuläre Gewinnschläge, die ein ums andere Mal für Raunen im Publikum sorgten.

Dass Frank Wintermantel ein Kämpfer ist, das hat sich mittlerweile in der Liga herumgesprochen. 3:6 hatte er Satz 1 gegen den Belgier Kimme Coppejans verloren, kam jedoch im zweiten Satz immer besser ins Spiel. Die mitgereisten Weinheimer Fans hatten gerade das Gefühl „Da geht noch was“ – als Wintermantel umknickte und zunächst nicht weiterspielen konnte, nach mehrminütiger Verletzungspause biss er die Zähne zusammen und spielte weiter. Doch ganz abgebrüht ließ der Niederländer Wintermantel von nun an ganz viel laufen – und brachte das Match in zwei Sätzen nach Hause.

Der Kölner Teamchef Grambow gab sich vor den Doppeln zuversichtlich: ,,Würde ich wetten, würde ich das Geld jetzt eindeutig auf einen Sieg unserer Mannschaft setzen. Die Spieler sind gut drauf, sodass wir selbstbewusst in die Doppel gehen und beide gewinnen wollen.“ Dieses Vorhaben wurde mit der kolumbianisch-belgischen Paarung Giraldo/Coppejans, im ersten Doppel gegen Wintermantel/Lütjen und dem Kölner Doppel mit Otte und Doppelspezialist Andreas Mies im Match gegen
Boutillier/Baumann angegangen. Giraldo und Coppejans merkte man allerdings an, dass dies ihr erstes gemeinsames Doppel-Match war und die Automatismen noch nicht in einander griffen. Mit 4:6 und 2:6 mussten sie sich Wintermantel und Lütjen geschlagen geben.

Zu dem Zeitpunkt war der Gesamtsieg jedoch nicht mehr gefährdet, denn zuvor hatten bereits Mies und Otte mit einer sehr souveränen Vorstellung Boutillier und Baumann mit 6:1 und 6:3 besiegt und die Zuschauer mit spektakulären Ballwechseln begeistert. Damit war der zweite Saisonsieg von Rot-Weiss Köln perfekt, die Anspannung bei Spielern, Fans und Betreuern fiel ab und es wurde eine laute HUMBA zelebriert. Doch auch die Weinheimer waren nicht unzufrieden, stimmten ,,Nie mehr zweite Liga…“ an und freuten sich über einen ungefährdeten Nicht-Abstieg.
Somit verabschiedet sich Deutsche Öl & Gas RW Köln mit einem Sieg von den Fans im heimischen KTHC Stadion und will in den beiden verbleibenden Auswärtspartien weitere Punkte einfahren.

Textpassagen von Johannes Thielen (Deutsche Öl & Gas RW Köln) und Astrid Wagner (TC Weinheim 1902)