Halle am letzten Spieltag zu Gast in Mannheim

Jubiläums-Wochenende bei den Badenern. Olympionike Jan-Lennard Struff nach Rio-Abenteuer wieder die Haller Nummer eins

Am kommenden Sonntag (14. August) geht mit dem 9. Spieltag in der 1. TennisPoint-Bundesliga der Herren die 45. Saison zu Ende und nach zweimaligem Titelgewinn in Folge von Seiten des TC Blau-Weiss Halle, wird es einen neuen Deutschen Mannschaftsmeister geben. Drei Teams kommen noch infrage für den Meistertitel, wobei der fünffache Deutsche Meister Kurhaus Lambertz Aachen als Tabellenführer die besten Aussichten auf seine sechste nationale Meisterschaft hat. Die Kaiserstädter haben 13:3 Punkte auf ihrem Konto, müssen aber beim Verfolger Badwerk Gladbacher HTC antreten, die mit 12:4 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz rangieren. Dritter ist ebenfalls mit 12:4 Punkten Allpresan Rochusclub Düsseldorf, die beim Aufsteiger Blau-Weiß Aachen anzutreten haben. Bei einem Unentschieden in Gladbach beerbt das Lambertz-Team auf jeden Fall das ostwestfälische GERRY WEBER Team, alles andere hängt von den jeweiligen Resultaten ab.

Recht gelassen kann der TC Blau-Weiss Halle dem sportlichen Treiben des führenden Trios zuschauen, denn mit dem 3:3 am letzten Spieltag gegen Blau-Weiß Aachen sind die Ostwestfalen aus dem Titelrennen. Gleichwohl gibt es kein Trübsal bei den Blau-Weissen, denn letztlich haben sie bis dato die Auseinandersetzung um die Titelvergabe mitbestimmt. „Wir sind insgesamt mit der Saisonleistung zufrieden“, sagt Teammanager Ralf Weber, „denn wir haben zum einen besten Tennissport geboten und das wurde zum anderen auch publikumsmäßig honoriert. Mit bis zu 2.800 Zuschauern bei unseren Heimspiel haben wir einmal mehr unsere führende Position als Tennisclub in Ostwestfalen eindrucksvoll unter Beweis stellen können.“

Den letzten Spieltag hat das GERRY WEBER Team bei Grün-Weiss Mannheim zu bestreiten, die sicherlich nicht mit dem Saisonverlauf zufrieden sind. Die Badener sind mit zwei Niederlagen (gegen Krefeld und Gladbach) und einem Unentschieden (gegen Köln) mit 1:5 miserabel in die Saison gestartet, die sie insgeheim eigentlich mit der Deutschen Meisterschaft krönen wollten. Denn an diesem Wochenende feiern die Mannheimer auf ihrer prachtvollen Anlage am Neckarplatt ihre 40-jährige Zugehörigkeit zur Bundesliga und in diesen Jahrzehnten wurden sie sechs Mal Meister. Der letzte Titelgewinn liegt im Übrigen bereits sechs Jahre zurück.

Im Rahmen der Festivitäten, zu denen die Mannheimer eine Reihe ehemaliger Ex-Profis aus den vier Jahrzehnten eingeladen haben, findet dann auch das reizvolle Ligaduell der beiden befreundeten Clubs statt. „Wir wollen uns auf jeden Fall gut verkaufen“, so Teamchef Thorsten Liebich, „denn das sind wir zum einen aus Gründen des Fairplays der Liga und der zum anderen der sicherlich großen Zuschauerkulisse geschuldet.“ Insofern treten die Ostwestfalen auch wieder mit dem Olympioniken Jan-Lennard Struff (ATP-Weltrangliste 83) an, der im Laufe des Freitags aus Rio de Janeiro zurück erwartet wird. Während sein Rio-Trip nicht gerade unter einem glücklichen Stern stand, ist der 26-Jährige für die Haller schlechthin Mister Bundesliga: Seine Einzelbilanz lautet 6:0 und sein 5:1 aus den Doppeln ist nicht wesentlich schlechter. Er trifft im Spitzenduell auf den gleichaltrigen Österreicher Gerald Melzer, der mit seiner gegenwärtigen ATP-Weltranglistenposition 91 seine aktuelle beste Platzierung aufzuweisen hat. Dagegen hat der Wiener nur eine 3:2-Bundesliga-Bilanz aus den Einzeln aufzuweisen. Zweifelsohne eine spannende Angelegenheit!

Neben Jan-Lennard Struff wird Thorsten Liebich, der ebenfalls zu den Feierlichkeiten eingeladen ist, in die Quadratestadt mit dem ambitionierten Quartett Tim Pütz (ATP 344), dem Kroaten Ante Pavic (ATP 362), dem 20-jährigen Johannes Härteis (ATP 702) und Lennart Zynga reisen. Ein spielerisch ähnlich gleichstarkes Aufgebot steht Grün-Weiss-Teamchef Gerald Marzenell zur Verfügung. Hinter Melzer folgt Mannheims ungeschlagener Mister Bundesliga Andreas Beck (ATP 384), hat fünf Einzel- und sieben Doppelsiege aufzuweisen, sowie Robin Kern (ATP 654), Björn Phau und Simon Stadler.

(Text: Frank Hofen, Bild © Kurt Vahlkamp)