Düsseldorf gewinnt richtungsweisende Partie gegen BW Aachen

Das Bundesliga Team des Allpresan Rochusclub Düsseldorf setzt sich bei gutem Wetter und 4200 Zuschauern gegen Blau-Weiss Aachen durch.

An einem für beide Teams extrem wichtigen Spieltag waren die Voraussetzungen von Beginn an klar:

Für Aachen musste ein Sieg her, um aus dem Tabellenkeller zu kommen und den Kampf um den Klassenerhalt noch einmal spannend zu gestalten. Auf der anderen Seite würde diese Partie den Düsseldorfern die Richtung für die letzten beiden Spieltage vorgeben. Mit einem Sieg könnte man noch einmal oben angreifen, während bei einer Niederlage der Blick eher in Richtung unteres Tabellendrittel wandern würde.

So starteten die ersten Einzelpartien mit Lukas Rosol (Rochusclub, ATP 176) gegen Niels Desein (Aachen, ATP 715) und Filip Horansky (Rochusclub, ATP 441) gegen den Lefty Jannis Kahlke (Aachen, ATP 557). Ein phänomenal aufspielender Filip Horansky ließ seinem Gegenüber keine Chance und dominierte das Spiel mit seiner unheimlich druckvollen Rückhand fast nach Belieben. Immer wieder kam es zu packenden Crosscourt-Duellen von der Vorhand Kahlkes auf Horanskys Rückhand. Allerdings entschied der Slowake im Dienste des Allpresan Rochusclub Düsseldorf diese Rallies weitaus häufiger für sich. Nachdem der erste Satz mit 6:2 noch etwas umkämpfter war, ging der zweite Durchgang mit 6:0 sehr klar an die Nummer 4 vom Rochusclub. Damit war der erste Einzelpunkt für Düsseldorf gesichert.

Der als Favorit gestartete Lukas Rosol erwischte an Position 2 zum Leidwesen des Düsseldorfer Publikums nicht seinen besten Tag und hatte dementsprechend viel Mühe gegen den unangenehm spielenden Niels Desein. Während der erste Satz noch im Tie-Break an den Belgier von Blau-Weiss Aachen ging, entschied dieser den zweiten Satz dann mit einem Break Vorsprung 6:4 für sich. Somit ging der zweite Punkt an Blau-Weiss Aachen. Zwischenstand vor der zweiten Einzelrunde: 1 zu 1.

Daraufhin standen die Spieler und Zuschauer für die Begegnungen Mats Moraing (Rochusclub, 301 ATP) gegen Germaine Gigounon (Aachen, 516 ATP) und Guido Andreozzi (Rochusclub, 150 ATP) gegen Yannick Mertens (Aachen, 291 ATP) in den Startlöchern.

Die Düsseldorfer Nummer eins Guido Andreozzi zeigte gegen seinen Aachener Kontrahenten Yannick Mertens eine konzentrierte Leistung. Die vielen Zuschauer auf dem Center Court der Anlage am Rolander Weg sahen hochklassige Ballwechsel und einen argentinischen Lokalmatador, der bei eigenem Service wenig anbrennen ließ und folgerichtig mit 6:4, 6:3 den nächsten Punkt für Düsseldorf einfuhr.

Das Highlight dieses Spieltags fand jedoch auf dem Nebenplatz statt. Dort standen sich der Deutsche Mats Moraing für Düsseldorf und der Belgier Germaine Gigounon für Aachen gegenüber. Nach nervösem Start im ersten Satz, welcher mit 6:4 an Gigounon ging und von vielen unnötigen Fehlern des Düsseldorfers geprägt war, steigerte sich Moraing im zweiten Durchgang deutlich. Die Quote der so genannten „Unforced Errors“ verringerte sich, während der 1. Aufschlag häufiger im Feld untergebracht wurde. Somit sicherte sich Moraing den zweiten Satz verdient mit 6:2. Nun sollte also der Matchtiebreak die Entscheidung herbeiführen. Nach einem Auf und Ab, mit Matchbällen für beide Spieler, entschied mit Mats Moraing der deutlich aggressivere Spieler das Match für sich. Nichtsdestotrotz hat die Aachener Nummer 3 Germaine Gigounon eine klasse Partie abgeliefert und mit seinem großen Kampf- und Siegeswillen viele Sympathien gewonnen. Unter großem Beifall der begeisterten Zuschauer verließ der Sieger Mats Moraing den Platz und freute sich über den dritten Punkt für Düsseldorf.

 

Mats Moraing setzt sich nach tollem Kampf im Einzel durch. Bildmaterial von Allpresan Rochusclub Düsseldorf

Mit dieser 3:1 Führung für Düsseldorf nach den Einzeln, war die Marschroute für Blau-Weiss Aachen klar: Um hier noch was mitzunehmen mussten beide Doppel geholt werden.

Im zweiten Doppel triumphierten  Yannick Mertens und Gille Sander nach hartem Kampf gegen Mats Moraing und Tom Schönenberg mit 10:8 im Champions Tie-Break und somit ging ein erster Punkt im Doppel nach Aachen. Es lag nun alles an dem Doppel Andreozzi/Horansky gegen Desein/Gigounuon. Auf beiden Seiten wurde bis zum letzten Punkt gefightet, doch am Ende holten die beiden Düsseldorfer Jungs den entscheidenden Punkt zum 4:2 für das Team von Detlev Irmler.

„Natürlich sind wir enttäuscht über das Ergebnis. Auch wenn wir mathematisch vielleicht noch nicht abgestiegen sind, gibt es nur noch wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt“, stellte der Aachener Teamchef Marc Zander nach der Partie fest. „Heute wäre ein 3:3 auch fair gewesen, aber das kann man natürlich nicht jeden Spieltag sagen. Wir waren heute hoch motiviert. Trotzdem möchte ich mich bei dem sehr fairen Publikum in Düsseldorf für die tolle Atmosphäre bedanken“, so Zander weiter. Für den Düsseldorfer Teamchef hat sich mit Filip Horansky ein Spieler besonders hervorgetan „Dieser Junge hat mich heute sehr stolz gemacht. Filip hat nicht nur das Einzel unglaublich bestritten, sondern auch im Doppel neben Guido Andreozzi eine sehr gute Partie gespielt“, so Irmler.