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Yannick Hanfmann gewinnt seinen ersten Titel

Am vergangenen Wochenende durfte sich Yannick Hanfmann (TC Weinheim 1902) über seinen ersten Challenger Titel in Ismaning freuen. 

Als dritt Gesetzter bezwang der Deutsche im ersten Match seinen Landsmann Jeremy Jahn (TC Blau-Weiß Halle) in drei Sätzen 76(4) 46 63 und zog somit in das Viertelfinale ein. Dort konnte er in einer schnellen Partie das Match 61 62, gegen den Franzosen Tristan Lamasine, für sich entscheiden. Im Halbfinale wartete Dustin Brown (Deutsche Öl und Gas RW Köln), den er in einem spannenden Spiel 67(5) 63 75 ebenfalls schlagen konnte. 

Im Finale hieß es, Yannick Hanfmann vs. Lorenz Sonego. Der Spanier stand zu diesem Zeitpunkt an 256 der Welt und hatte erst eine Woche zuvor das Challenger in Ortisei gewonnen. Aber der 25-jährige Deutsche ließ sich davon nicht groß beeindrucken, denn er wollte sein bisher stärkstes Jahr in seiner Karriere mit einem Turniersieg krönen. Der 22-jährige Italiener hat es dem TC Weinheim-Spieler aber keineswegs leicht gemacht und so ä ging das Match über drei spannende Sätze. Hanfmann konnte den ersten Satz in 34 Minuten 6:4 für sich entscheiden. Im zweiten Satz wurde es schwieriger, da Sonego zunehmend aggressiver spielte und so musste der Deutsche diesen Satz mit 3:6 abgeben. Im dritten Durchgang zeigte sich Hanfmann jedoch nervenstark und war in der Lage den entscheidenden Satz mit 7:5 für sich zu entscheiden.

Nach dem letzten Ball feierte Yannick Hanfmann den bislang größten Erfolg in seiner Karriere. Wir gratulieren für diesen bedeutenden Sieg!

YANNICK HANFMANN (GER) mit Pokal, Siegerehrung
Tennis – Wolffkran Open – ATP Challenger – TC Ismaning – Ismaning – Bavaria – Germany – 22 October 2017.
© Juergen Hasenkopf

 

Bundesliga-Quartett soll es für Deutschland richten

Wenn das Deutsche Davis-Cup Team am kommenden Wochenende in Lissabon gegen Portugal um den Verbleib in der Davis Cup-Weltgruppe spielt, sollen es vier etablierte Spieler der 1. Tennis-Point Bundesliga für Deutschland richten. In Abwesenheit der Top-Spieler Alex und Mischa Zverev sowie Philipp Kohlschreiber, lastet die Bürde auf den Schultern von Jan-Lennard Struff (TC Blau Weiß Halle, 27, ATP 49), Cedrik-Marcel Stebe (TK Kurhaus Aachen, 26, ATP 107), Yannick Hanfmann (TC Weinheim, 25, ATP 134) und Tim Pütz (TC Blau Weiß Halle, 29, ATP-Doppel 200).
Alle vier waren diese Saison in der 1. Tennis-Point Bundesliga als Stammspieler im Einsatz und konnten die Zuschauer von ihrer Leistung überzeugen. Tim Pütz wurde sogar als „Spieler des Jahres 2017“ von den Veranrtwortlichen der Bundesliga ausgezeichnet.

„Mit Jan-Lennard Struff haben wir eine Nummer eins im Team, die bereits über wichtige Erfahrungen im Davis Cup verfügt. Er hat uns im letzten Jahr in Berlin gegen Polen den Verbleib in der Weltgruppe gesichert und wird auch in Lissabon eine wichtige Säule für unser Team sein“, sagt Davis-Cup Teamchef Michael Kohlmann. Neben Struff und Stebe nominiert Kohlmann mit Hanfmann und Pütz zwei Debütanten für das Auswärtsspiel in Lissabon, sieht seine seine Mannschaft dabei aber dennoch nicht unbedingt als Außenseiter.

„Yannick hat sich in diesem Jahr mehrfach in den Mittelpunkt gespielt und auf der Tour starke Ergebnisse erzielt. In München kämpfte er sich aus der Qualifikation bis ins Viertelfinale, in Gstaad erreichte er, ebenfalls als Qualifikant, sogar das Endspiel. Dort besiegte er unter anderem den portugiesischen Spitzenspieler Joao Sousa“, so Kohlmann. Für Yannick Hanfmann ist Sand der Belag, der ihm am besten liegt. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison kam Hanfmann insgesamt dreimal für Weinheim zum Einsatz und konnte mit einer 2:1 Bilanz seine Einzel bestreiten.

Tim Pütz reist vor allem als Alternative für das Doppel mit nach Lissabon. Mit „Mister Bundesliga“ Jan-Lennard Struff bildet er ein eingespieltes Doppel. In der Bundesliga konnte Tim in diesem Jahr alle seine acht Doppelmatches gewinnen, sieben davon an der Seite von Jan-Lennard Struff. Just letzte Woche gewannen beide gemeinsam die Doppelkonkurrenz des ATP Challenger Turniers in Genua und konnten somit eine gelungene Generealprobe feiern.

Der für Kurhaus Aachen spielende Cedrik-Marcel Stebe gehörte schon 2012 im Relegationsduell in Hamburg gegen Australien zur Deutschen Mannschaft und gewann damals das entscheidende Match gegen Lleyton Hewitt. Eine Erfahrung, auf die Teamchef Michael Kohlmann bei seiner Nominierung gesetzt hat. „Cedrik weiß, wie sich Matches im Davis Cup anfühlen, wie er in wichtigen und engen Situationen unter Druck reagiert. Die positive Erfahrung von 2012 ist ganz bestimmt ein Riesenvorteil für ihn“, so Kohlmann.
Stebe hat sich nach seinen vielen und langwierigen Verletzungspausen in 2017 endgültig zurückgekämpft. In der nächsten Woche wird er erstmals seit rund fünf Jahren wieder unter den Top 100 platziert sein und das, nachdem er auf einen Platz jenseits der 1.000 abgerutscht war. Erst seit Ende 2016 ist er wieder gänzlich beschwerdefrei. In diesen Jahr siegte Stebe bereits bei zwei Challenger-Turnieren (Vancouver, Poprad Tatry) und erreicht zudem in Marburg das Finale. Auch in der Bundesliga war Stebe ein wichtiger Punktelieferant für den TK Kurhaus Aachen und gewann alle seine vier Einzelmatches in überzeugender Manier.

Der für den TC Blau Weiß Halle spielende 27-jährige Jan-Lennard Struff wird erstmals als Nummer Eins das Deutsche Davis Cup Team anführen. Erfahrung im Davis Cup konnte „Struffi“ schon einige Male sammeln – und was für welche! Ein spektakuläreres Davis Cup-Debüt als das des Warsteiners hat es wohl lange nicht gegeben. 2015 in Frankfurt debütierte „Struffi“in der Partie gegen Frankreich und musste sich erst nach viereinhalb Stunden dem 60 Plätze besser eingestuften Franzosen Gilles Simon in einem hochklassigen Match mit 8:10 im 5. Satz geschlagen geben. Auch sein bislang letzter Auftritt im Davis Cup bleibt in Erinnerung: Im Spätsommer 2016 gewinnt er das vierte und entscheidende Einzel gegen Polen in Berlin, rettet das Team vor dem Abstieg. Gegen Portugal ist er nun die Nummer eins im Team – eine Rolle, die er aus der Bundesliga für Halle kennt und angenommen hat. Von vielen in Halle wird er auch gerne als „Mister Bundesliga“ bezeichnet. Struffi hat sich als Teamplayer und Motivator erwiesen, nun will er auch im Davis Cup-Team Verantwortung übernehmen.

Wir drücken die Daumen!

Die Bundesliga 2017 im Video-Rückblick

Wir haben spannende Spiele, hocklassige Matches und einige Überraschungen in der Bundesliga-Saison 2017 gesehen. Seht hier die Highlights im Video-Rückblick!

Mehr Bilder findet ihr in unserer Galerie!
Vielen Dank an Sportdeutschland TV für die Übertragung der Heimspiele von Deutsche Öl & gas Köln, Allpresan Rochusclub Düsseldorf, HTC Blau-Weiß Krefeld und Badwerk Gladbacher HTC.

Rückblick auf die Saison 2017

Die Tennis-Point Bundesliga-Saison 2017 ist Geschichte. Mit dem TC Blau-Weiß Halle hat die Liga einen würdigen neuen Deutschen Meister gefunden. In einer spannenden und sehr ausgeglichenen Saison haben insgesamt rund 65.000 Zuschauer die Heimspiele der neun Erstligisten live verfolgt. Am Ende triumphierte in seinem 20. Jubiläumsjahr der TC Blau-Weiss Halle zum fünften Mal, den zweiten Platz sicherte sich der TK Grün-Weiss Mannheim vor dem drittplatzierten TK Kurhaus Lambert Aachen. Den Abstieg in die zweite Liga muss der TK Blau Weiß Aachen antreten.

Wie schon vor dem ersten Ballwechsel am 9. Juli angekündigt und gemutmaßt, war es eine sehr ausgeglichene Saison, in der Jeder hätte gegen Jeden gewinnen können. Schon am ersten Spieltag gelangen dem HTC BW Krefeld und dem Aufsteger TC Weinheim die ersten Überraschungen der Saison. Krefeld gewann gegen den bis dato amtierenden Deutschen Meister Badwerk Gladbacher HTC mit 4:2 und der Liganeuling TC Weinheim konnte dem etablierten Rochusclub Düsseldorf ein 3:3 abringen. Spätestens jetzt war klar, dass es eine spannende Saison werden würde. Nach zwei Spieltagen grüßte Kurhaus Aachen mit zwei souveränen 5:1 Siegen von der Tabellenspitze und der Gladbacher HTC fand sich völlig überraschend am Tabellenende wieder. Was folgte war für viele Vereine ein auf und ab der Gefühle. Spitzenspieler fielen kurzfristig verletzt oder turnierbedingt aus und bereiteten den Teamchefs so manche schlaflose Nacht – spontan musste Ersatz gefunden werden. In Aachen griff Trainer Dominik Meffert selbst zum Racket, in Düsseldorf und Krefeld bekam der Nachwuchs kurzfristig die Chance, sich in Szene zu setzen.

Der spätere Deutsche Meister BW Halle konnte zweimal einen 0:2 Rückstand aufholen, Absteiger BW Aachen verpasste das ein oder andere Mal nur ganz knapp die so sehr erhofften Punkte und der von vielen als sicher geglaubte Absteiger TC Weinheim setzte das ein oder andere Ausrufezeichen und konnte die Saison sensationell als Sechster abschließen.
Die Spannung im Rennen um die Deutsche Meisterschaft hielt bis zum drittletzten Spieltag an, als am 6. August das Gerry Weber Team aus Halle und Grün Weiß Mannheim aufeinander trafen und es hieß: Tabellenerster gegen Tabellenzweiter. In einer von vorne bis hinten hochklassigen Partie sahen 4.200 Zuschauer, wie das Westfälische Team um Teamchef Thorsten Liebich mit einem 4:2 Sieg den entscheidenden Schritt in Richtung fünfte Deutsche Meisterschaft machte. Ein weiterer 4:2 Sieg am vorletzten Spieltag gegen das Allpresan Team vom Rochusclub Düsseldorf besiegelte den Titel.

Und dann war da ja noch der letzte Auftritt der deutschen Tennislegende Tommy Haas auf deutschem Boden. Dieser fand am 31.Juli in Mannheim statt und der Routinier verabschiedete sich mit zwei Siegen im Einzel und Doppel von der deutschen Profispieler-Bühne. Für die weit über 4.000 Zuschauer sicher einer der emotionalsten Momente der diesjährigen Saison.

Die 1. Tennis-Point Bundesliga verlassen muss leider der TK Blau-Weiß Aachen, der nicht über zwei Unentschieden hinauskam und in die 2. Liga Gruppe Nord absteigt. „Wir haben dieses Jahr einfach ein bisschen Pech gehabt, da waren zu viele knapp verlorene Champions-Tiebreaks dabei, aber wir nehmen es locker und sind vielleicht in zwei Jahren wieder dabei.“
Anstelle der Aachener werden in der kommenden Saison die Aufsteiger Blau-Weiss Neuss als Tabellenerster der Gruppe Nord und der TV Reutlingen als Tabellenerster der Gruppe Süd in der 1. Tennis-Point Bundesliga aufschlafen. Mit den Niederrheinern kehrt ein Traditionsverein zurück ins Oberhaus, dem sie 36 Jahre lang angehört haben und vor einem Jahr abgestiegen sind. Sie rangieren hinter dem Rekordmeister LTTC Rot-Weiss Berlin (elf Mal Deutscher Meister/zuletzt 1976) mit zehn nationalen Titelgewinnen (zuletzt 1994) in der Bilanz der Meister auf dem zweiten Platz. Reutlingen gehörte von 2006 bis 2008 und 2014 der ersten Bundesliga an.

Bildergalerie 2017


Stimmen zur Saison 2017:

Teamchef Detlev Irmler (Allpresan Rochusclub Düsseldorf)
„Teamgeist, Kampfgeist, Leidenschaft und Courage haben das Unmögliche möglich gemacht. Trotz des Ausfalles der fünf besten Spieler haben wir uns bei stärkster Konkurrenz in dieser Saison behaupten können. So unter anderem mit einem überraschenden 5:1 Sieg gegen den letztjährigen Deutschen Meister Badwerk Gladbacher HTC und zum Abschluss gegen den mehrfachen Deutschen Meister TK Kurhaus Lambertz Aachen mit 4:2. Die Heimspiele vor großem Publikum, mit bis zu 4.200 Zuschauern waren großartige Werbung für den Tennissport, die Sportstadt Düsseldorf und den Düsseldorfer Rochusclub. Unsere Jungspunde haben sich bestens verkauft und haben machen Tennisprofi, der um 200 Plätze im ATP-Ranking besser platziert war, Niederlagen beigebracht. Mehr kann man nicht verlangen. Ohne Leistungssport keine Motivation für die Jugend. Die Jugend braucht sportliche Vorbilder.““

Teamchef Alexander Legsding (TK Kurhaus Lambertz Aachen)
„Mit wenig viel erreichen“, so lautete das Motto für unser in dieser Saison. Zwar gab es am letzten Spieltag zuhause eine 2:4-Niederlage gegen den Rochusclub Düsseldorf, die zwei erzielten Matchpunkte jedoch sorgten dafür, dass wir den dritten Tabellenplatz erfolgreich verteidigt haben. Niemals zuvor haben wir uns so sehr über eine 2:4-Niederlage gefreut! Insgesamt war es eine spannende Saison mit guten Ergebnissen, wie dem 3:3-Unentschieden gegen den verdienten Meister BW Halle sowie den Erfolgen über Vorjahresmeister Gladbach, Köln, Krefeld und unseren Stadtnachbarn BW Aachen. Gratulation an Halle, sie haben das vorzüglich gemacht und das konstanteste Team der Liga ist auch verdient Meister geworden.“

Teamchef Marc Zander (TK Blau-Weiss Aachen)
„Wir sind natürlich enttäuscht, obwohl uns klar war, dass wir um den Klassenerhalt spielen. In den ersten Begegnungen haben wir ein paar Punkte verschenkt, wo wir eigentlich ein Unentschieden hätten holen müssen. Vielleicht waren wir auch für die Vereine zu berechenbar, da wir immer mit einer konstant gleichen Mannschaft gespielt haben. So wussten sie, wie sie gegen uns anzutreten haben und kamen daher zumeist mit starkem Aufgebot. Leider haben wir erst gegen Köln am vorletzten Spieltag gezeigt, die immerhin mit Dustin Brown und Andreas Seppi gekommen waren, was wir es spielerisch drauf haben. Nur da war die Saison bereits gelaufen.“

Teamchef Henrik Schmidt (Badwerk Gladbacher HTC)
„Wir sind unter unseren Erwartungen geblieben. Zumal wir auch eine katastrophale Doppelleistung geboten haben, denn nach so manchem 2:2 Zwischenstand haben wir dann immer verloren. Froh sind wir jetzt, dass wir die Klasse erhalten haben. An die Saison 2017 machen wie jetzt einen Haken dran.“

Teamchef Frank Wintermantel (TC Weinheim)
„Es hätte für uns nicht besser laufen können, denn wir waren bereits früh gesichert. Wir haben zu Saisonbeginn aus drei Spielen gleich vier Punkte geholt und waren praktisch gesichert. Zunächst mussten wir auch auf Yannick Hanfmann verzichten, doch das haben wir gut verkraftet. Vielleicht hätten wir mit ihm doch noch den einen oder anderen Punkt mehr gehabt. Aber auch so haben wir bewiesen, dass wir konkurrenzfähig sind. Es freut mich auch für Halle, denn sie sind eine sehr sympathische Mannschaft. Sie haben Teamspirit, was bei anderen nicht überall der Fall ist. Dies hat sicherlich die paar Prozente zur Meisterschaft ausgemacht.“

Teamchef Ralph Grambow (Deutsche Öl und Gas Rot-Weiß Köln)
„Wir liegen im Soll, aber mehr auch nicht. Wir hatten mit Halle, Mannheim und Krefeld ein schweres Auftaktprogramm und daraus 3:3 Punkte geholt. Vor der Saison hätte ich das so unterschreiben. Habe danach gehofft, dass sich daraus eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Was aber nicht der Fall war. Wir haben dann lange nicht mehr gepunktet, so dass es keine bessere Saison geworden ist. Sehr zufrieden sind wir mit unseren Zuschauerzahlen, so dass wir uns heute schon auf die nächste Saison mit fünf Heimspielen freuen.“

Teamchef Olaf Merkel (HTC Blau-Weiß Krefeld)
„Die Bilanz fällt bei uns sehr zufrieden aus. Wir wollten unsere vier Heimspiele zu Tennisfesten machen, was uns auch gelungen ist. Damit haben wir 5.000 Zuschauer auf unsere Anlage holen können und denen haben wir begeisterndes Tennis geboten. Leider haben wir unsere „weiße Weste“ am letzten Spieltag mit einer 2:4-Niederlage verloren, doch das trübt nicht den sehr zufriedenen Gesamteindruck.“

Teamchef Gerald Marzenell (TK Grün-Weiss Mannheim)
„Unser Anspruch ist es, immer unter die ersten Fünf der Liga zu kommen, was uns seit 2004 auch gelungen ist. In den vergangenen vier Jahren waren wir sogar immer unter den ersten Drei und von daher sind wir mehr als zufrieden. Zumal die Liga immer ausgeglichener wird. Vor Jahren konnte man vorher ausrechnen, gegen wen man gewinnt oder verliert. Heute weiß man Sonntagvormittag nicht, wie die Partie ausgeht. Sehr zufriedenstellend waren auch unsere Zuschauerzahlen, besser noch als im Vorjahr. Ich glaube sogar, dass der Besuch von 4.200 Zuschauern beim Heimspiel mit Tommy Haas der beste Zuspruch in diesem Jahrzehnt war. Unser Ambiente begeistert alle und von unseren Sponsoren haben wir nur positive Resonanzen erhalten. Von daher kann ich mich nur wiederholen: Mehr als zufrieden. Halle ist ohne Wenn und Aber ein würdiger Meister. Sie hatten einfach das bessere Gesamtpaket und das muss man anerkennen. Mit uns gab es in Halle ein schönes Finale vor einer großen Zuschauerkulisse. Wir hätten da sicherlich ein Unentschieden verdient gehabt, aber es geht auch so völlig in Ordnung.“

Teamchef Thorsten Liebich (Blau-Weiss Halle)
„Im Vorfeld ging es uns nicht darum, wie wir Meister werden könnten. Das war nicht der Plan. Erst nach dem dritten Spieltag, als wir zum zweiten Mal einen 0:2-Rückstand aufgeholt haben und zum 4:2-Sieg bei Blau-Weiß Aachen gekommen sind, hat das im Team viel Energie freigesetzt. Zudem haben Tim Pütz und Daniel Munoz de la Nava gesagt, dass sie so oft wie möglich spielen wollen. Sie sind Erfolgsgaranten und wichtig für die Stimmung im Team. Dazu hatten wir das Glück, dass uns Jan-Lennard Struff im Saisonfinale zur Verfügung stand, statt Turniere in Amerika zu spielen. So hatten wir hinten raus immer eine starke Mannschaft. Unser Glück war es auch, dass wir weitgehend verletzungsfrei durchgekommen sind. Wir sind eine Gruppe, die gerne zusammen ist, mit Leuten, die immer den Teamgedanken vorleben. Damit meine ich nicht nur die Mannschaft, sondern auch das Umfeld: das Platzteam, die Ballkinder und unsere Mitglieder. Sie alle geben den Spielern das Gefühl, ihr seid wichtig für uns. Ein wesentlicher Faktor sind aber auch unsere Zuschauer, weil eine große Kulisse immer sehr motivierend ist. 12.900 Besucher in vier Heimspielen spricht für sich. Als es am vergangenen Spieltag gegen Düsselderf schnell 3:0 stand und wir somit Meister waren, tauchte die Frage auf, ob die Doppel noch gespielt werden: >Natürlich spielen wir Doppel, haben die Jungs gesagt, >guckt mal, was hier auf der Anlage los ist<. Für uns gesprochen, kann ich daher nur sagen, dass die Saison sehr nah am Optimum war. In der Organisation genauso wie in sportlicher Hinsicht. Wir sind schließlich ungeschlagen geblieben.“

Interviews durchgeführt von Frank Hofen

Tolles Saisonfinale für Weinheim

Weinheim. Mit einem Remis endete am Sonntag die Partie zwischen dem TC Weinheim 1902 und dem HTC BW Krefeld.

So kurz vor Beginn der US Open konnten beide Teams nicht mehr auf ihre Spitzenspieler zurückgreifen, bei den Krefeldern musste kurzfristig sogar ein Youngster aus der dritten Reihe ran. Glücklicherweise ging es am abschließenden Spieltag nicht mehr um den Abstieg, sondern nur noch um die Endplatzierung in der Tabelle.

Durch das Unentschieden wurde Bundesliga-Neuling Weinheim in seiner ersten Saison sensationeller Tabellen-Sechster. Damit hätte vor der Runde keiner der Verantwortlichen gerechnet. Allen war klar, dass das sportliche Ziel nur der Nichtabstieg sein könnte, zumal das Team von der nordbadischen Bergstraße mit dem kleinsten Budget der Liga ins Rennen ging. Umso stolzer ist man, dass man die Klasse nicht nur halten konnte, sondern sich sogar im Mittelfeld wiederfand.

Für die beiden Einzel- Punkte auf Weinheimer Seite sorgten am Sonntag wieder einmal ein bärenstark aufspielender Frank Wintermantel und Miloslav Mecir jr. Wintermantel machte sich an seinem 29. Geburtstag selbst das schönste Geschenk, in dem er an Position 1 spielend den Argentinier Federico Coria 6:1, 6:4 besiegte, die Nummer 227 der Welt und kleiner Bruder des ehemaligen Weltranglisten-Dritten Guillermo Coria. Lediglich einmal musste man bei „Frankys“ Auftritt die Luft anhalten, als beim Stande von 4:3 im zweiten Satz eine alte Verletzung im Oberschenkel wieder aufbrach und er eine Verletzungspause in Anspruch nehmen musste. Glücklicherweise bekam Meike Horchler, die Physiotherapeutin des Teams, die Blessur schnell in den Griff und der Kapitän der Weinheimer konnte sein Match erfolgreich beenden.

Leichtes Spiel hatte dagegen Miloslav Mecir jr. Auf Position 4. In nur 35 Minuten schlug er Tobias Prehn. Der hatte auf dem Weg aus dem Urlaub davon erfahren, dass er als vierter Mann einspringen musste. Für den 20jährigen mit der Leistungsklasse 11 eine ziemliche Überraschung, mit der er nie gerechnet hatte. Natürlich, so erzählte er nach dem Match, sei er realistisch an die Aufgabe herangegangen, habe gewusst, dass nicht viel zu holen sei für ihn. Doch der sympathische Youngster zog sich gut aus der Affäre, hatte sichtlich Spaß und bejubelte seinen Spielgewinn im zweiten Satz augenzwinkernd. „Mecir war sehr fair und hat das alles prima gemacht“, freute er sich nach seinem ersten Bundesligaeinsatz.

Jonas Lütjen fand am Sonntag nicht zu seiner guten Form, die er noch in Köln unter Beweis stellen konnte. Er verlor, leicht angeschlagen, gegen den Spanier Pedro Martinez-Portero. Mehr drin gewesen wäre bei Moritz Baumanns Spiel gegen den Italiener Davide Galoppini. Doch im entscheidenden Matchtiebreak macht der Weinheimer zu viele leichte Fehler, sodass es mit 2:2 in die Doppel ging.

Daniel Müller/Mecir waren es dann, die im Schnelldurchgang ihr Doppel gewinnen konnten und das Unentschieden sicherten. Lütjen/Baumann mussten in den Matchtiebreak, den sie mit 6:10 verloren. Lange geärgert wurde sich jedoch nicht auf Weinheimer Seite. Man blickt stolz zurück auf die erste Saison in der ersten Tennis Bundesliga. „Das war heute ein toller Abschluss“, freute sich Teammanager Jürgen Kadel. „Unser Saisonziel waren 4 Punkte und der vorletzte Platz. Nun sind es beinahe doppelt so viele Punkte geworden! Eine klasse Leistung des Teams.“

Kapitän Frank Wintermantel ergänzte: „Wenn man bedenkt, dass wir – anders als geplant – ein paar Mal auf Yannick Hanfmann verzichten mussten, ist dieser Erfolg, am Ende auf dem 6. Platz zu landen, noch viel höher einzuschätzen. Mit ihm hätte es wahrscheinlich sogar noch ein Stückchen weiter nach oben gehen können.“ Die Weinheimer freuen sich auf das kommende Jahr, wenn es auch an der Bergstraße wieder heißen wird: „Weltklasse im Club mit der ersten Tennis Point Bundesliga!“

 

Text von Astrid Wagner (TC Weinheim 1902)