Bundesliga-Quartett soll es für Deutschland richten

Wenn das Deutsche Davis-Cup Team am kommenden Wochenende in Lissabon gegen Portugal um den Verbleib in der Davis Cup-Weltgruppe spielt, sollen es vier etablierte Spieler der 1. Tennis-Point Bundesliga für Deutschland richten. In Abwesenheit der Top-Spieler Alex und Mischa Zverev sowie Philipp Kohlschreiber, lastet die Bürde auf den Schultern von Jan-Lennard Struff (TC Blau Weiß Halle, 27, ATP 49), Cedrik-Marcel Stebe (TK Kurhaus Aachen, 26, ATP 107), Yannick Hanfmann (TC Weinheim, 25, ATP 134) und Tim Pütz (TC Blau Weiß Halle, 29, ATP-Doppel 200).
Alle vier waren diese Saison in der 1. Tennis-Point Bundesliga als Stammspieler im Einsatz und konnten die Zuschauer von ihrer Leistung überzeugen. Tim Pütz wurde sogar als „Spieler des Jahres 2017“ von den Veranrtwortlichen der Bundesliga ausgezeichnet.

„Mit Jan-Lennard Struff haben wir eine Nummer eins im Team, die bereits über wichtige Erfahrungen im Davis Cup verfügt. Er hat uns im letzten Jahr in Berlin gegen Polen den Verbleib in der Weltgruppe gesichert und wird auch in Lissabon eine wichtige Säule für unser Team sein“, sagt Davis-Cup Teamchef Michael Kohlmann. Neben Struff und Stebe nominiert Kohlmann mit Hanfmann und Pütz zwei Debütanten für das Auswärtsspiel in Lissabon, sieht seine seine Mannschaft dabei aber dennoch nicht unbedingt als Außenseiter.

„Yannick hat sich in diesem Jahr mehrfach in den Mittelpunkt gespielt und auf der Tour starke Ergebnisse erzielt. In München kämpfte er sich aus der Qualifikation bis ins Viertelfinale, in Gstaad erreichte er, ebenfalls als Qualifikant, sogar das Endspiel. Dort besiegte er unter anderem den portugiesischen Spitzenspieler Joao Sousa“, so Kohlmann. Für Yannick Hanfmann ist Sand der Belag, der ihm am besten liegt. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison kam Hanfmann insgesamt dreimal für Weinheim zum Einsatz und konnte mit einer 2:1 Bilanz seine Einzel bestreiten.

Tim Pütz reist vor allem als Alternative für das Doppel mit nach Lissabon. Mit „Mister Bundesliga“ Jan-Lennard Struff bildet er ein eingespieltes Doppel. In der Bundesliga konnte Tim in diesem Jahr alle seine acht Doppelmatches gewinnen, sieben davon an der Seite von Jan-Lennard Struff. Just letzte Woche gewannen beide gemeinsam die Doppelkonkurrenz des ATP Challenger Turniers in Genua und konnten somit eine gelungene Generealprobe feiern.

Der für Kurhaus Aachen spielende Cedrik-Marcel Stebe gehörte schon 2012 im Relegationsduell in Hamburg gegen Australien zur Deutschen Mannschaft und gewann damals das entscheidende Match gegen Lleyton Hewitt. Eine Erfahrung, auf die Teamchef Michael Kohlmann bei seiner Nominierung gesetzt hat. „Cedrik weiß, wie sich Matches im Davis Cup anfühlen, wie er in wichtigen und engen Situationen unter Druck reagiert. Die positive Erfahrung von 2012 ist ganz bestimmt ein Riesenvorteil für ihn“, so Kohlmann.
Stebe hat sich nach seinen vielen und langwierigen Verletzungspausen in 2017 endgültig zurückgekämpft. In der nächsten Woche wird er erstmals seit rund fünf Jahren wieder unter den Top 100 platziert sein und das, nachdem er auf einen Platz jenseits der 1.000 abgerutscht war. Erst seit Ende 2016 ist er wieder gänzlich beschwerdefrei. In diesen Jahr siegte Stebe bereits bei zwei Challenger-Turnieren (Vancouver, Poprad Tatry) und erreicht zudem in Marburg das Finale. Auch in der Bundesliga war Stebe ein wichtiger Punktelieferant für den TK Kurhaus Aachen und gewann alle seine vier Einzelmatches in überzeugender Manier.

Der für den TC Blau Weiß Halle spielende 27-jährige Jan-Lennard Struff wird erstmals als Nummer Eins das Deutsche Davis Cup Team anführen. Erfahrung im Davis Cup konnte „Struffi“ schon einige Male sammeln – und was für welche! Ein spektakuläreres Davis Cup-Debüt als das des Warsteiners hat es wohl lange nicht gegeben. 2015 in Frankfurt debütierte „Struffi“in der Partie gegen Frankreich und musste sich erst nach viereinhalb Stunden dem 60 Plätze besser eingestuften Franzosen Gilles Simon in einem hochklassigen Match mit 8:10 im 5. Satz geschlagen geben. Auch sein bislang letzter Auftritt im Davis Cup bleibt in Erinnerung: Im Spätsommer 2016 gewinnt er das vierte und entscheidende Einzel gegen Polen in Berlin, rettet das Team vor dem Abstieg. Gegen Portugal ist er nun die Nummer eins im Team – eine Rolle, die er aus der Bundesliga für Halle kennt und angenommen hat. Von vielen in Halle wird er auch gerne als „Mister Bundesliga“ bezeichnet. Struffi hat sich als Teamplayer und Motivator erwiesen, nun will er auch im Davis Cup-Team Verantwortung übernehmen.

Wir drücken die Daumen!